Trumps neuer Ballsaal sorgt für Umweltproblem bei East Potomac Golf Links
Der Abriss des Ostflügels des Weißen Hauses in Washington sorgt nun auch auf dem öffentlichen Golfplatz East Potomac Golf Links in Washington D.C. für Probleme in Sachen Umweltschuttt. Auf dem Geländes des Golfplatzes wurde im vergangenen Jahr Bauschutt aus dem Abriss des Gebäudes abgeladen, Bodenproben, die vom National Park Service veröffentlicht wurden, weisen nun nach einem Bericht der New York Times auf Belastungen mit Blei, Chrom und weiteren potenziell gesundheitsschädlichen Metallen hin.
Der über 100 Jahre alte Golfplatz liegt in prominenter Lage nahe des Jefferson Memorials und gilt als eine der bekanntesten öffentlichen Golfanlagen der US-Hauptstadt. Generationen von Spielerinnen und Spielern nutzten die Anlage mit Blick auf die Monumente der Stadt zu vergleichsweise günstigen Greenfee-Preisen.
Die nun veröffentlichten Testergebnisse zeigen laut National Park Service zwar vergleichsweise niedrige Konzentrationen der Schadstoffe im Boden. Dennoch verschärft die Veröffentlichung die Debatte über die Entscheidung der damaligen Regierung, Lastwagenladungen mit Erde, Armierungsstahl, Putzresten und weiterem Abbruchmaterial auf dem Gelände zu entsorgen.
Besonders kritisch sehen dies Denkmalschützer und Umweltgruppen, die bereits gegen die Ablagerung des Materials geklagt haben. Die gemeinnützige Organisation DC Preservation League argumentiert, dass die Maßnahme rechtswidrig gewesen sei und Risiken für Golfer, Anwohner und Wildtiere geschaffen haben könnte.
Norm Eisen, Vorsitzender des Democracy Defenders Fund, der die Kläger unterstützt, erklärte: „Wir wussten, dass der Abriss des Ostflügels und die Veränderungen in East Potomac rechtlich toxisch waren; jetzt wissen wir, dass sie auch ökologisch toxisch sind.“
Das Innenministerium der Vereinigten Staaten, zu dem auch der National Park Service gehört, weist die Vorwürfe hingegen zurück. Sprecherin Katie Martin erklärte in einer Stellungnahme: „Der Boden wurde mehrfach von mehreren Parteien getestet, und dieses Projekt erfüllte alle gesetzlich vorgeschriebenen Standards.“ Sämtliche Ergebnisse seien öffentlich zugänglich.
Die neuen Daten stammen aus einem Zwischenbericht der Jacobs Engineering Group, die im Auftrag des National Park Service zahlreiche Bodenproben auf dem Gelände entnommen und von einem unabhängigen Labor untersuchen ließ. Die ersten Ergebnisse beziehen sich auf 30 Proben, die zwischen dem 28. Oktober 2025 und dem 2. April entnommen wurden.
Nach den Maßstäben der US-Umweltbehörde EPA überschritt keine der Proben die Grenzwerte für Blei an Industrie- und Gewerbestandorten. Einige Werte lagen jedoch über den strengeren Richtlinien kalifornischer Behörden. Zudem weisen viele Wissenschaftler darauf hin, dass es grundsätzlich keinen ungefährlichen Bleiwert in der Umwelt gebe.
„Blei ist eines der giftigsten Elemente, die wir kennen“
Joseph G. Allen, Professor für Expositionswissenschaft an der Harvard T.H. Chan School of Public Health, äußerte sich deutlich: „Es gibt keinen sicheren Wert für die Belastung mit Blei; es ist eines der giftigsten Elemente, die wir kennen.“ Besonders problematisch sei, dass sich belasteter Boden nicht nur im Freien befinde. „Wir tragen ihn an unseren Schuhen mit hinein. Je nachdem, wo der Boden aufgebracht wurde, könnten Golfer und andere Menschen ihn in Innenräume tragen“, sagte Allen.
Hohe Bleibelastungen können insbesondere bei Kindern schwerwiegende gesundheitliche Folgen verursachen, darunter Entwicklungsstörungen, Lernschwierigkeiten und Krampfanfälle. Bei Erwachsenen werden chronische Belastungen unter anderem mit Bluthochdruck, Nierenschäden sowie Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen in Verbindung gebracht.
Auch erhöhte Chromwerte wurden in einzelnen Bodenproben festgestellt. Asbest hingegen konnte laut Zwischenbericht in den bisher untersuchten Proben nicht nachgewiesen werden. Allerdings wurden einige Proben versehentlich nicht auf Asbest getestet beziehungsweise konnten aufgrund beschädigter Transportbehälter nicht ausgewertet werden.
Zusätzlich zu den ersten 30 Proben wurden Ende April weitere 14 Bodenproben entnommen. Die Ergebnisse dieser zweiten Untersuchungsrunde liegen bislang noch nicht vor.
Öffentlicher Golfplatz soll weichen
Parallel zu der Umweltdebatte steht die Zukunft der Anlage selbst im Mittelpunkt. Donald Trump plant laut dem Bericht einen umfassenden Umbau des traditionsreichen Platzes zu einem Championship Course. Dies könnte das Aus für den preisgünstigen, öffentlichen Golfplatz bedeuten.
Die Auseinandersetzung um East Potomac zeigt exemplarisch, wie eng Fragen des Golfsports inzwischen mit Themen wie Umweltverträglichkeit, öffentlichem Zugang, Stadtentwicklung und gesellschaftlicher Verantwortung verbunden sind. Gerade öffentliche Golfanlagen stehen zunehmend unter Beobachtung, wenn Eingriffe in Natur- und Stadträume erfolgen oder ökologische Risiken im Raum stehen.








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