Carbon footprint: The most important facts for golf courses

Der CO₂-Fußabdruck von Sportlern, Sportveranstaltungen und Sportanlagenbetreibern wird zunehmend zum Thema. Der Golfsport ist davon nicht ausgenommen. Immer mehr Golfanlagen weltweit beschäftigen sich mit der Frage, wie ihr CO₂-Fußabdruck aussieht. Dabei herrscht bei vielen Golfern die Annahme, dass bei Golfanlagen aufgrund der extrem großen Ausgleichsflächen eines Golfplatzes, die Bilanz eigentlich positiv ausfallen müsse.

Golf Sustainable stellt an dieser Stelle die wichtigsten Fakten zum Thema CO₂-Fußabdruck im Golfsport in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen.

  • Die Bilanzierung und Berichterstattung zum sogenannten Corporate Carbon Footprint, also dem CO₂-Fußabdruck, ist für Unternehmen derzeit freiwillig. Es gibt keine verpflichtenden Vorgaben oder einheitlichen Standards zur Berechnung auf jeweils nationaler Ebene.
  • Auf internationaler Ebene gelten der „Corporate Accounting und Reporting Standard“ und der „Corporate Value Chain Standard“ des Greenhouse Gas Protocol (GHG) als Standard.
  • Diese unterscheiden in Scope 1, 2 und 3. Scope 1 beinhaltet die direkten Aktivitäten eines Unternehmens, also zum Beispiel Fuhrpark, Unternehmenseinrichtungen und Standort. Scope 2 umfasst die indirekten Emissionen aus Strom, Wärme und Dampf, die Unternehmen bei Versorgern einkaufen. Scope 3 schließt die weiteren indirekten Emissionen in der Lieferkette ein, also zum Beispiel der CO₂-Abdruck, der bei der Produktion eines Grünmähers ensteht. Scope 3-Emissionen müssen nicht zwingend mit einberechnet werden.
  • Die Berechnung des CO₂-Fußabdruckes von Golfevents, Golfrunden oder Golfanlagen erfolgt also derzeit – je nach Anbieter der Berechnung – auf unterschiedlichen Vorgaben. Die Ergebnisse von Gutachten oder Berechnungen sind nicht 100prozentig vergleichbar. Deshalb arbeiten immer mehr Sportarten daran, sportspezifische CO₂-Rechner zu erstellen, die die jeweiligen Besonderheiten berücksichtigen. Ein Beispiel ist der CO₂ -Rechner für Vereine, den myclimate für swiss unihockey entwickelt hat.
  • Derzeit ist nicht eindeutig geregelt, wie Pflanzmaßnahmen beim Bau einer Golfanlage und die CO₂-Bindung der Pflanzen in den CO₂-Fußabdruck einfließen. Gleiches gilt für das Wachstum von Sträuchern oder Wiesen sowie für den Aufbau von Humus im Betrieb einer Golfanlage.
  • Die Anreise eines Golfers zur Golfanlage kann, muss aber nicht mit einberechnet werden. Hier gibt es von myclimate allerdings die Empfehlung, die Mobilität zu berücksichtigen.
  • Der individuelle Footprint eines Golfers, der zum Beispiel auch die Golfausrüstung beinhaltet, fließt nicht in die Berechnung der Anlage mit ein.
  • Die Mobilität aller Angestellten einer Golfanlage ebenso wie deren Dienstreisen wird mit einberechnet.
  • Auch die Fahrten von Mannschaften, Caddies und deren Fans zu einem Ligaspiel zählen zur CO₂-Bilanz einer Anlage.

Fazit für die Golfanlage und den Golfclub

Jeder hat die Möglichkeit, seinen Fußabdruck berechnen zu lassen. Eine Vergleichbarkeit der Gutachten ist aber nur sehr bedingt gegeben. Grundsätzlich kann ein solches Gutachten aber dazu dienen, sich einen Gesamtüberblick über den CO₂-Fußabdruck zu verschaffen und daraufhin erste Maßnahmen einzuleiten, um den CO₂-Fußabdruck zu reduzieren.

Golf Sustainable behandelt im Rahmen der Serie „Golf – klimaneutral“ Themen rund um die Themen CO Emissionen und Klimaneutralität. Als Gesprächspartner haben wir die Non-Profit-Klimaschutzorganisation myclimate, mit Hauptsitz in Reutlingen und Zürich ausgewählt, weil sie gemeinnützig ist, zu den renommiertesten Anbietern auf dem europäischen Markt gehört und vom Bundesumweltamt empfohlen wird.