Ohne Wasser kann Gras nicht überleben – zumindest nicht über Monate hinweg. Wasser fehlt dieser Tage in vielen Teilen Europas. Die Hitze und Dürre des Sommers 2026 hat zahlreichen Ländern wie Österreich, Deutschland oder Schweiz, deren Bewohner in der Vergangenheit keine oder nur wenige Beschränkungen beim Verbrauch von Wasser hinnehmen mussten, ihre Grenzen aufgezeigt.
Im Sommer 2026 musste in Deutschland in vielen Regionen Wasser gespart werden, weil Bäche versiegten, Flüsse nur noch Niedrigwasser führten oder Seen einen deutlich geringeren Wasserstand führten. Die Bewässerung von Sportplätzen mir Rasen, Parkanlagen aber auch die Befüllung von Pools oder das Wässern von Gärten mit Leitungswasser war vielerorts verboten. Die Dürre 2026 wirkte allerdings nicht nur an der Oberfläche. Sie erreichte die Grundwasserneubildung, Flussabflüsse und damit zunehmend auch die Wasserreserven für die Versorgung.
Hitze und Trockenheit 2026
Bayern erlebte im Sommer 2026 einen außergewöhnlich angespannten Sommer, der auch die Durchführung von Golfturnieren, dem normalen Spielbetrieb sowie das Greenkeeping betraf. Der Deutsche Wetterdienst meldete Rekordwerte bei der Temperatur:
- Durchschnittstemperatur von 20,0 Grad Celsius
- Abweichung von + 4,2 Grad zum langjährigen Mittel (1961 – 1990)
- 28 Hitzetage ab 30 Grad und sieben sehr heiße Tage ab 35 Grad
- Der Hitzerekord lag bei 40,8 Grad in Kitzingen am 26./27. Juni.
- Der Niederschlag für ganz Bayern wies ein Defizit von 34 Prozent im langjährigen Mittel (1961 – 1990) auf.
- Dabei unterscheiden sich die Regionen in Bayern stark: Während in Wörth am Main während der Sommermonate nur 67,6 Liter verzeichnete, waren es in Ruhpolding 473,5 l/m². Generell erwiesen sich besonders Nordwestbayern bzw. Unterfranken als extrem trocken.
Golfanlagen unter Druck
Die Betreiber von Golfanlagen oder Golfclubs standen und stehen in diesem Umfeld zunehmend unter Druck, wenn es um den Verbrauch der Ressource Wasser geht. Zum einen leiden viele Golfanlagen selbst unter den mangelnden Niederschlägen, zum anderen sinkt die Toleranzgrenze von Nicht-Golfern für tiefgrüne Golfplätze, die erkennbar gewässert sind, massiv ab. Instagram-und Facebook-Posts, die das Verbot der Bewässerung von Golfplätzen forderten, gab es in den Monaten Juli und August reichlich.
Vor allem aber reagierten die Behörden im Sommer 2026 mit deutlich mehr Einschränkungen bei der Beregnung von Sportflächen mit dem Verweis auf die Sicherung der Trinkwasserversorgung. Dabei waren die Verbote zwischen Landkreisen und Städten durchaus unterschiedlich. So verboten zum Beispiel die Kommunen Eichendorf und Landau an der Isar die Bewässerung für Rasen- Grün-, Sport und Reitplätze mit Leitungswasser, während die Landkreise Kitzingen oder Rhön-Grabfeld wie einige andere die Entnahme von Oberflächenwasser untersagten.
Am striktesten reagierte der Landkreis Passau, wo man Anfang August ein generelles Verbot verhängte, Golfplätze – aber auch andere Rasensportanlagen – weder mit Leitungs- noch mit Grund- oder Oberflächenwasser beregnen zu dürfen. In diesem Fall konnten die Golfanlagen nur mit gespeichertem Wasser beregnen. „Zum Glück haben wir Zugriff auf mehrere Fischweiher, deren Wasserstand wir um maximal einen halben Meter absenken dürfen“, resümiert Leonhard Anetseder als Inhaber der Golfanlage des Donau GC Passau-Raßbach. „Wir haben ohnehin nur noch Grüns und Tees beregnet, insofern waren wir von dem Verbot nicht wirklich betroffen. Unsere Mitglieder und Gäste waren insgesamt zufrieden.“ Trotzdem denkt er bereits über die Erweiterung der Speichermöglichkeiten dar.
Ähnlich war die Situation im Panorama Golf Passau, wo man die Reserven im Speicherteich nach Aussagen von Clubmanager Sebastian Lahmar bis Anfang September noch nicht aufgebraucht hatte, da man bereits im Frühjahr mit einer sehr sparsamen Bewässerung begonnen hatte. Auch hier wurde die Fairwaybewässerung eingestellt, Grüns und Abschläge konnten bewässert werden.
Daneben fielen Deutschlands größte Golfanlage, das Quellness Golf-Resort, und der GC Sagmühle unter die strikte Regulierung des Landkreises Passau. Angesichts der Größe des Quellness Resorts mit seinen insgesamt fünf 18-Löcher-Plätze waren also immerhin acht Golfplätze in Bayern bei der Wasserversorgung komplett auf ihre vorhandenen Reserven angewiesen.
Zukunftssicherheit herstellen
Wie sieht vor diesem Hintergrund die Zukunft des Wassermanagements in Bayern aus? Es geht bei Bayerns Golfplätzen darum für Trockenzeiten eine gespeicherte Reserve vorzuhalten und langfristig mehr auf die Sammlung von Oberflächenwasser zu setzen. „Der Trend geht eindeutig dahin, dass in den regenreichen Monaten im Winter, aber auch bei extremen Regenfällen, das Wasser aufgefangen und in Speicherteichen gelagert wird“, erklärt der bayerische Golfplatz-Architekt Thomas Himmel. „Wer einen Speicherteich anlegt, kann mit dem Aushub viele Bereiche des Golfplatzes so modellieren, dass Wasser über Gullys in einen Speicherteich geführt wird.“ Beachten muss man an dieser Stelle allerdings auch das Thema Verdunstung: „Flache aber große Teiche leiden besonders stark unter Verdunstung, die mit zunehmenden Temperaturen ansteigt. Hier muss man definitiv die richtigen Ausmaße bedenken.“ Im europäischen Ausland, etwa in Frankreich, sind deshalb inzwischen auch Teichabdeckungen oder Zisternen in Gebrauch.
„Betriebswirtschaftlich geführte Golfanlagen sind in der Regel schon dabei, Oberflächenwasser zu sammeln“, resümiert Arno-Malte Uhlig, Präsident des Bayerischen Golfverbandes, die Lage in Bayern. „Bei vielen Vereinen fehlt es am Geld für den Bau von Speicherteichen“, gibt er zu bedenken. Die Entscheidung, Kredite für einen Speicherteich aufzunehmen, sei innerhalb der Mitgliedschaft oftmals umstritten. Ausnahmen, wie etwa der GC Ebersberg, so Uhlig, bewiesen allerdings, dass die Bedeutung des Faktors Wasser für den Betrieb der Golfanlage aber zunehmend erkannt werde.
BGV-Wasserdatenbank
Der Bayerische Golfverband verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Bedeutung der Wasserdatenbank des Verbandes, in der Golfanlagen anonym ihre Verbrauchsdaten speichern können. „Gerade die Möglichkeit des anonymen Benchmarkings wird in Zukunft für die Golfanlagen noch an Bedeutung gewinnen“, gibt Heidrun Klump, Geschäftsführerin des BGV zu bedenken. Rückschlüsse auf den eigenen Verbrauch und dessen Optimierung sind damit möglich.
Einig sind sich Uhlig und Klump, wenn es um die Dringlichkeit der Verbesserung der Wasserversorgung geht: Zwar ist nach dem Ende der Sommermonate für die Golfanlagenbetreiber und Greenkeeper in Bayern erst einmal die akute Krise vorbei, die grundlegende Problematik der fallenden Grundwasserstände in Bayern aber bleibt bestehen. Entwarnung beim Thema Wasser ist also keineswegs angesagt.
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