Akkustation löst Brandproblem und lädt kostenlos
Produktideen entstehen dann, wenn die Not am größten ist. So wie bei Alexander Fend aus München, der vor einigen Jahren mit einem leeren E-Bike-Akku am Bodenseeradweg liegen blieb. Es war kein Ladegerät in Sicht, und der Unternehmersohn erkannte – eine öffentliche Ladeinfrastruktur für E-Bikes gab es hier nicht. Seit Dezember 2021 bleibt man am Bodenseeradweg nicht mehr liegen. Alexander Fend gründete die Firma Fend Solar, eröffnete in Meersburg eine autarke, solarbetriebene Ladestation für E-Bikes und löste damit das Problem vieler Radfahrer.
Kostenfreies Laden für den Golfer
Dieses System überträgt Fend nun auf den Golfsport. Seit kurzem bietet er E-Trolley und Mikromobilitäts-Ladestationen für Golfclubs außerhalb aller Gebäude an: Sie enthalten modulare Schließfach- und Ladesysteme für Trolley-Akkus, E-Bikes oder Smartphones. Das Angebot reicht von kompakten Einsteiger-Modellen, etwa für vier Trolleys, bis hin zu individuell skalierbaren Großanlagen. „Auch 20 oder 40 Trolleys sind kein Problem“, erklärt Fend, der die Ladestationen je nach individuellem Bedarf der Golfanlage produzieren lässt. „Nach oben gibt es theoretisch keine Grenzen, das hängt davon ab, wie viel Platz auf der Golfanlage zur Verfügung steht.“
Damit löst Fend zwei Probleme: Zum einen die permanente Gefahr eines Gebäudebrandes durch Akkus, die in Brand geraten. Das ist auf Golfanlagen inzwischen ein immer wieder auftretendes Problem, das die Versicherungsbranche stark beschäftigt. Zum anderen kann der Golfer seinen Trolley kostenlos vor Ort laden, sei es mit dem kompletten Trolley oder nur mit dem Akku, den er dazu in einer der kleineren Boxen der Station verschließen kann.
Ladezeit
Die Ladegeschwindigkeit wird vom Original-Ladegerät des Trolley-Herstellers bestimmt. Vollladungen dauern je nach Akku und Hersteller ca. 3 bis 5 Stunden, etwa bei Motocaddy. Während einer ca. 1-stündigen Pause im Clubhaus können laut Fend bereits bis zu 30 Prozent nachgeladen werden. Je nach Größe der Anlage verfügt die Ladestation über eine Leistung von mindestens 10,2 kWh bis zu 50 kWh Kapazität. Überschüssigen Strom kann der Golfclub auch für seine eigenen Geräte, etwa Carts, nutzen. Das modulare System der Ladestation lässt relativ viel Raum für die freie Gestaltung der Schalter und Boxen.
Produktion und Wartung
Regionale Fertigung ist Fend wichtig. Die Produktion der Stationen erfolgt in Bayern und Baden-Württemberg in Kooperation mit regionalen Handwerks- und Spezialbetrieben. Dabei bestehen die Rahmen aus rostfreiem V2A- bzw. V4A-Edelstahl, kombiniert mit wetterfesten WPC-Hohlprofilen, die „auf alle Fälle 20 Jahre“ halten. Mit einem Leergewicht von über 1,35 Tonnen bieten die Anlagen geprüfte Wind- und Schneelaststabilität. Ein Betonfundament ist genauso wenig nötig wie teure Erdarbeiten zur Kabelverlegung, weil die komplette Technik in einem Modul steckt, das den Solarstrom der Paneelen zu den Steckdosen umleitet.
Preis und Wartung
Die formschönen und hochwertig gestalteten Stationen haben ihren Preis: Für eine dreiteilige Standardanlage liegen die Kosten bei etwa 35.000 Euro. Je mehr Module eingesetzt werden, desto höher die Kosten. „In Meersburg hatten wir die Werbeflächen in kürzester Zeit verkauft“, erinnert sich Fend an die erfolgreiche Vermarktung des ersten Modells. Schließlich können alle Module und Edelstahlflächen für hochwertige Werbung genutzt werden. Für den Golfclub bedeutet das: Die Sponsorenflächen refinanzieren die Anschaffung. „Der Golfclub kann die Werbeflächen entweder selbst vermarkten, oder wir machen das für ihn“, erklärt Fend sein Rundumpaket, bei dem der Hersteller nicht nur die Sponsorenvermarktung, sondern auch die Reinigung und Wartung übernimmt.
Best-Practice-Modelle
In Deutschland kann man demnächst die ersten Praxiserfahrungen mit den nachhaltigen Akku-Ladestationen sammeln. Sowohl Golf Valley als auch die Golfanlage Bergkramerhof werden die Solarstationen der Alexander Fend GmbH nutzen. Strom vor Ort produziert, an gleicher Stelle genützt und obendrein noch das Thema Brandgefahr gelöst – Alexander Fend ist gespannt auf die Reaktionen der Kunden aus der Golfszene. Aus seinem verunglückten E-Bike-Ausflug ist inzwischen ein florierendes Unternehmen entstanden.
Beim Fußballbundesligisten Karlsruher SC hat sich sogar ein Sponsor für eine Großanlage gefunden, die aus drei Rahmen besteht, und die Räder vieler Fußballfans mit Solarstrom versorgen kann. Die „Energierebellen“ fanden das Konzept für mehr umweltfreundliche Mobilität großartig. Gut möglich, dass sich Nachahmer im Golfsport finden.
Mehr Infos zu den Akkustationen unter info@alexander-fend.de
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