LPI macht Notwendigkeit des Artenschutzes deutlich

Die Bedeutung von Golfanlagen bei der Förderung der Biodiversität ist unverändert hoch. Nachdem der WWF jetzt den Living Planet Index (LPI) für das Jahr 2022 veröffentlicht hat, wird klar, dass es „keinen Anlass zur Entwarnung für die untersuchten Arten gibt“, wenn es um deren Bedrohung geht. Gerade die Versiegelung von Flächen ist dabei einer der Faktoren, die sich negativ auf die Biodiversität auswirken. Golfplätze punkten mit ihren großen unversiegelten Flächen.

Der Living Planet Index ist einer der bedeutendsten Gradmesser zur ökologischen Zustandsbeschreibung der Erde und umfasst im Jahr 2022 Daten aus fast 32.000 Wirbeltierbeständen. Demnach sind die erfassten Wirbeltierbestände weltweit von 1970 bis 2018 allein um 69 Prozent zurückgegangen.

Den Negativrekord halten Lateinamerika und die Karibik

Allerdings macht der Bericht insofern Hoffnung, als zum Beispiel in Europa und Zentralasien bei einzelnen Indizes eine Verminderung der negativen Entwicklung eingeleitet werden konnte. Der Rückgang der Bestände liegt allerdings auch hier noch bei minus 18 Prozent, zum Vergleich in Lateinamerika und der Karibik sind es minus 94 Prozent.

Die Bestände von Fischen, Amphibien, Reptilien, Vögeln und Säugetieren, deren Existenz von intakten Flüssen, Seen und Feuchtgebieten abhängt, sind erneut am stärksten betroffen. Ihre weltweiten Verluste seit 1970 zeigt der dramatische Indexwert bei durchschnittlich –83 Prozent. Dabei verweist der LPI auch in Kontinentaleuropa auf ganz praktische Beispiele für Fauna und Flora, die konkret vom Aussterben bedroht sind. Hummeln als wichtige Pflanzenbestäuber werden demnach immer noch Opfer von Intensivlandwirtschaft und Pestiziden. Nachdem sie extrem hitzesensibel sind, leiden sie außerdem noch unter heißen Sommern. Bei den Pflanzen wird zum Beispiel der Strandflieder aufgeführt, der wie das gesamte Ökosystem Wattenmeer unter der Klimakrise leidet.

Golf-Verbände erkennen zunehmend Verantwortung

Das Thema Biodiversität nimmt neben dem klassischen Sport auf den Golfanlagen Europas eine zunehmend wichtige Rolle ein und wird von einer Vielzahl nationaler Verbände forciert. Honig- und Wildbienenprojekte gelten dabei als klassisches Einstiegsprogramm für Golfanlagen, die ihr Engagement beim Umwelt- und Naturschutz erhöhen wollen. Daneben profitiert die Artenvielfalt aber auch davon,  dass immer mehr Golfanlagen den Anteil der gemähten Flächen stark reduzieren und stattdessen in kaum genutzten Bereichen vermehrt Blüh- oder Magerrasenwiesen anlegen. Dazu kommen klassische Projekte wie das Aufhängen von Nistkästen, die Anlage von Totholzbereichen oder Steinriegeln sowie das verstärkte Pflanzen von Obstbäumen.

Nachdem immer mehr Golfanlagen diese Aspekte auch offensiv in der Kommunikation an ihre Mitglieder und an Nicht-Golfer vertreten, wächst international das Bewusstsein dafür, dass rund 60 Prozent einer Fläche einer Golfanlage für den Schutz oder die Verbesserung der Biodiversität eine wesentliche Rolle spielen. Dadurch wächst auch bei Golfern die Erkenntnis, dass rigide herabgemähte Flächen, die vor zehn Jahren noch der Standard waren, inzwischen nicht mehr zeitgemäß sind.