Wenn es um das Thema Biodiversität geht, bilden 47 Golfclubs beim Blühpakt Bayern eine Gemeinschaft der Willigen. Der Begriff, der sich in der Politik seit einiger Zeit einer gewissen Beliebtheit erfreut, trifft auf jene Golfanlagen zu, die seit knapp sechs Jahren innerhalb des gemeinsamen Projektes mit dem Bayerischen Umweltministerium mehr Lebensräume für Insekten, Vögel oder Amphibien auf ihren Golfanlagen schaffen. Sieben von ihnen erhielten heute aus den Händen von Umweltminister Thorsten Glauber die Urkunde zur erfolgreichen Teilnahme am Blühpakt Bayern.
Bayern Golfplätzen, so Glauber, komme innerhalb der Initiative Blühpakt Bayern eine besondere Bedeutung zu, da der Bayerische Golfverband der erste Partner des Blühpaktes Bayern gewesen sei. Zudem zeichne sich der BGV durch konstantes Engagement aus. Das sei aber keineswegs selbstverständlich. „Es gab in den Zeiten nach dem Volksbegehren Rettet die Bienen 2019 beim Umweltschutz einen gewissen Mainstream. Plötzlich waren alle Bäumeumarmer. Den Naturschutz haben alle als ihr Business empfunden. 2026 sind uns viele von der Fahne gegangen und alles andere ist wichtiger geworden. Das rechne ich Ihnen richtig hoch an, dass Sie dran geblieben sind an diesem Thema.“
Für den Golfsport, so Arno Malte Uhlig sei dieses Engagement eine logische Konsequenz. „Unsere Golfplätze versuchen täglich zu zeigen, dass sie verantwortlich mit den Flächen umgehen, die ihnen anvertraut worden sind“, resümierte er. Immerhin 47 Golfanlagen haben sich deshalb bereits zur Teilnahme am Blühpakt Bayern entschlossen. „Wir sind ohnehin ein Golfplatz in der Natur und wir wollen zeigen, wie schön unsere Wiesen und Flächen sind“, erklärte Albert Harz, Sportvorstand beim G&LC Bayerwald, der als 47. Club ausgezeichnet wurde.
Dabei begutachten Experten des Landesbundes für Vogelschutz die Flächen der Golfplätze und helfen mit Ratschlägen zur besseren Pflege der Flächen. Die LBV-Mitarbeiterin Dagmar Blacha, die bei der Zertifizierung im GC Wörthsee vor Ort war, hat ihre nächsten Besuche bei Golfanlagen bereits geplant. Auf den Golfanlagen in Dachau und Ottobeuren wird sie in den nächsten Wochen zum Beispiel Vorschläge zum Mähen der Wiesen, der Anlage von Wasserflächen oder Totholzhaufen, zur Pflege von Streuobstflächen oder der Eignung von Magerrasen machen.
Diese Verzahnung von Expertenwissen mache das Potential des Blühpaktes Bayern aus, resümierte Glauber. Golfer profitierten von den Kenntnissen der LBV-Mitarbeiter. Der LBV schließlich schätze die enormen Ausgleichsflächen, die Golfanlagen zu bieten haben. Dabei sei das Bewusstsein für die Größe artenreicher Flächen auf Golfplätzen in der Öffentlichkeit nicht da, resümierte der Umweltminister. „Ich spreche bei meinen Blühpakt-Terminen immer über die Golfplätze. Das macht Eindruck, weil man bei dem Thema an Alle denkt, nur nicht an den Bayerischen Golfverband.“
Gerade deshalb ist es aus Sicht von BGV-Präsident Arno Malte Uhlig auch besonders wichtig, dass Golfplätze das Blühpakt-Zertifikat nützen. „Ihr habt die Auszeichnung verdient. Es spornt Euch an“, sprach er die Vertreter der insgesamt sieben Golfanlagen an, die im GC Wörthsee versammelt waren. „Macht weiter. Hängt die Auszeichnung nicht einfach an die Wand, sondern lebt das und gebt es an Eure Mitglieder weiter.“
Neben dem G&LC Bayerwald wurden folgende Golfclubs ausgezeichnet: GC Erding-Grünbach, GC Feldafing, GC Gäuboden, GC Gerolsbach, GC Mangfalltal, GC München-Riedhof, GC Wörthsee.









Foto: Amundi/Stefan von Stengel/LET/Tristan Jones