Frauenförderung bei Amundi-Netzwerktreffen im Fokus
„Strukturelle Hürden sind immer noch ein Hindernis für Frauen im Sport“ – die Aussage der langjährigen Hamburger Hockey-Nationalspielerin und Olympiamedaillengewinnerin Anne Schröder setzte den Ton bei der Veranstaltung „Erfolg braucht Vielfalt – Frauen, Sport und Netzwerke“ im Vorfeld des Amundi German Masters im Business Club Hamburg. Veranstaltet vom Titelsponsor des einzigen deutschen LET-Turniers diskutierten zahlreiche Vertreter und Vertreterinnen von Sportverbänden, Medien sowie aus der Industrie und Politik über Aspekte der Frauenförderung im Sport. Moderiert wurde sie von Konstantin Krüger, Bereichsleiter Kommunikation des Deutschen Golf Verbandes.
Strukturelle Hürden überwinden
Wie aber sehen diese strukturellen Hürden aus? „Equal Pay ist auch im Sport ein Riesenthema“, verwies Schröder auf ihren eigenen Werdegang. Aber auch die Verfügbarkeit weiblicher Trainer, die Kombination von Spitzensport mit dem Kinderwunsch oder schlichtweg die Berücksichtigung der Tatsache, dass Sportlerinnen andere körperliche Voraussetzungen mitbringen, seien wesentliche Themen.
„Wir haben uns im Frauensport deutlich weiterentwickelt“, resümierte die Hamburger Senatorin Maryam Blumenthal, selbst früher aktive Leistungssportlerin im Basketball. „Aber es ist wichtig, dass man schon in der Jugend klar macht, dass es keinen Unterschied bedeutet, ob man weiblich oder männlich ist.“ Aus Sicht des deutschen Golfsports, so Miriam Hiller, Vizepräsidentin des Deutschen Golf Verbandes, kann man an dieser Stelle bereits eine positive Zwischenmeldung geben: „Wir sind in Europa der Verband mit den meisten Golferinnen und die sind gleich verteilt. Die Mädchen werden im Deutschen Golf Verband genauso gefördert wie die Jungen.“
Trotzdem, da war sich Hiller mit Peter Merck, Gründer der Golf Lounge Hamburg, und Daniel Reitz, CMO bei Amundi Deutschland, einig, ist mehr Sichtbarkeit für Frauen im Golfsport nötig. Die erhält der Frauensport auch durch das Amundi German Masters, das vom 16. bis zum 19. Mai presented by VcG auf der Anlage von Green Eagle Golf Courses in Winsen stattfindet. Das internationale Engagement im Damengolfsport sei für Amundi als Unternehmen nur folgerichtig, erläuterte CMO Daniel Reitz. „Wir leben das Thema Diversität und wir können es uns als Unternehmen auch überhaupt nicht leisten auf Frauen als Leistungsträger zu verzichten.“ Mit dem Amundi German Masters habe man eine Plattform gefunden, die das Thema Frauenförderung hervorragend transportiere. Mit der Vereinigung clubfreier Golfer habe man außerdem seit Beginn einen wichtigen Partner, der ebenfalls das Thema Frauengolf unterstütze.
Diese positive Erfahrung teilte Peter Merck, der als Betreiber der Golf Lounge Hamburg, zahlreiche Initiativen zur Förderung von Jugendsport und dem Austausch mit anderen Sportarten unterstützt. „Meine erfolgreichsten Projekte habe ich mit Frauen gemacht“, resümierte Merck. „Und auch wirtschaftlich ist es ein Gewinn, weil man ein Vielfaches des Investments herausbekommt.“
Entscheidend, da waren sich alle Referenten bei der Veranstaltung einig, ist deshalb, dass Fragen der Eignung auch für Jobs im Umfeld von Sportarten nicht an dem Geschlecht fest gemacht werden. „Ich finde es wahnsinnig, dass wir überhaupt darüber diskutieren, ob Frauen für einen Trainerjob geeignet sind, weil sie Frauen sind“, resümierte Saskia Breuer, Verantwortliche für den Frauenfußball beim HSV, mit Blick auf die Vergabe von Cheftrainer-Posten bei Fußball-Bundesligisten.
Mit Blick auf den deutschen Golfsport gilt ebenfalls: Die weitaus größte Anzahl aller Trainer auf Golfplätzen ist männlich, weibliche Golftrainer sind deutlich in der Minderzahl. Miriam Hiller, selbst PGA-Professional, verbucht dies unter jenen „Themen, die noch offen sind“, sieht aber auch hier eine positive Entwicklung in den vergangenen zwanzig Jahren. „Wir sind auch da auf einem guten Weg.“
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Foto: GC Stolpe