Beregnungsverbote sorgen europaweit für Aufsehen

Die Wasserknappheit beschäftigt nicht nur die deutsche Golfindustrie, sondern sorgte in den vergangenen Wochen vor allem auch in Portugal, Frankreich und Großbritannien für Aufsehen.

Frankreich

Klima-Aktivisten füllten die Löcher von Golfplätzen in den Städten von Vieille Toulouse und Blagnac mit Zement, nachdem für das Wässern der Grüns auf Golfanlagen in besonders von der Dürre betroffenen Städten Ausnahmen beim Beregnungsstopp gemacht wurden. Gleichzeitig durften Privatgärten nicht mehr gewässert und auch Autos nicht mehr gewaschen werden. Während die Französische Golf Federation damit argumentierte, dass über 15.000 Personen auf den französischen Golfplätzen arbeiten und die Grüns ohne Wasser kaputt gehen, stellten sich diverse Politiker gegen die Ausnahmeregelung für Golfplätze. Eric Piolle, Bürgermeister der Stadt Grenoble, meinte: „Wir schützen weiterhin die Reichen und Mächtigen.“ Nur eine Region, Ille-et-Villaine in West-Frankreich, verbot das Wässern von Golfanlagen komplett.

In Frankreich ließen die Regenfälle in diesem Sommer um 85 Prozent nach. Für zwei Drittel des Landes wurde der Notstand erklärt. Teile der Loire waren nahezu komplett ausgetrocknet.

Portugal-Algarve

An der Algarve wird im Tourismus Wassersparen nun zum Top-Thema: Nachdem der portugiesische Umweltminister Duarte Cordeiro Ende Juli einen Bewässerungsstopp für Golfplätze an der Algarve verhängte, da ganz Portugal unter der größten Dürre seit einem Jahrhundert leidet, beginnen Hotels und Golfplatzbetreiber rasant über Veränderungen beim Wasserverbrauch nachzudenken. Das Algarve Tourism Board (RTA) entwickelte eine Liste für Resorts, in der eine ganze Reihe von Maßnahmen genannt wurden. Diese betreffen allerdings weitgehend die Hotels, die offenbar im Hinblick auf den Umgang mit Wasser nicht so weit fortgeschritten sind wie die Golfplätze, wie Joao Fernandes, Chef des Algarve Tourist Board, feststellte. Für Golfplätze gilt seit 2020 der „Water Efficiency Plan“ der Algarve. Die Verwendung von Brauchwasser soll hier bis Ende 2023 verdoppelt werden.

Obwohl es für Touristen keine wirklichen Wasserbeschränkungen geben soll, sollen Handtücher nun mindestens zwei Tage in Gebrauch sein, Wasserspiele in Außenbereichen ausgeschaltet werden, die Bewässerung der Außenbereiche stark reduziert oder gestoppt werden. Auch der Austausch von Pool-Wasser soll weit weniger häufig erfolgen. Daneben sollen Außenbereiche wie Parkplätze in Zukunft nicht mehr mit Hilfe von Wasser gereinigt werden.

Großbritannien

In England sorgte währenddessen eine Initiative zahlreicher Golfverbände für Aufsehen, die mit dem folgenden Satz begann: „Vorübergehende Nutzungsverbote und Änderungen der Entnahme für Bewässerung werden dafür sorgen, dass Sie Ihren Golfplatz ab 2025 aufgrund von Klimawandel, Bevölkerungswachstum und historisch hohem individuellem Verbrauch nicht mehr beregnen dürfen. Sollten nicht Maßnahmen ergriffen werden, gibt es in Großbritannien nicht genug Wasser.“ Die Aktion wird von der UK Golf Federation, der National Association of Public and Proprietary Golf Courses and der GCMA Golf Club Managers Association unterstützt.