Wie reagiert der Golfer auf das Thema Klimawandel?

Zwei Wochen mediale Großinformation zum Thema Klimawandel sind mit dem Ende der Klimakonferenz vorbei. Das Thema ist präsent – die Frage, die sich nun stellt, ist die nach der Akzeptanz der Thematik in der Bevölkerung? Dies gilt auch für die Golfer, die von vielen Aspekten der Diskussion besonders betroffen sind: Die Zielgruppe der Golfer in der D-A-CH Region gilt als kaufkräftig, reisefreudig und durchaus affin für Flugreisen. Das Vorurteil von SUV-überladenen Parkplätze vor Golfclubhäusern gibt es bei Nicht-Golfern immer noch. An der Tatsache, dass ein Gros der Golfanlagen weltweit nicht mit dem öffentlichen Nahverkehr erreicht werden kann, lässt sich schwer rütteln. Kurzum – die Diskussion über ein nachhaltiges Verhalten der Golfszene lässt sich durchaus führen.

Im Rahmen einer Studie des Unternehmens Kantar für die Europäische Kommission wurde die Meinung von Europäern aus 28 Staaten zum Thema Klimawandel abgefragt. Durchgeführt wurden die Interviews im Jahr 2019, veröffentlicht während der Klimakonferenz in Glasgow. Demnach denken 60 Prozent der Befragten, dass der „Klimawandel eines der wichtigsten Probleme der Welt ist,“ 30 Prozent der Deutschen und 27 Prozent der Österreicher halten es für das wichtigste Problem überhaupt.

Klimawandel sorgt für Verhaltensänderung

Allerdings stellte sich bei der Befragung auch heraus, dass eine überwiegende Mehrheit der Befragten, davon ausgeht, dass nicht sie persönlich für die Bekämpfung des Klimawandels zuständig sind, sondern Regierungen, die EU oder die Industrie. 62 Prozent der Deutschen vertraten die Meinung, die Industrie trage die Verantwortung, 48 Prozent der Österreicher sahen das ebenso. Allerdings geben auch 71 bzw. 66 Prozent an, sie hätten in den sechs Monaten vor der Befragung ihr Verhalten im Hinblick auf den Klimawandel verändert.

Die genaue Analyse der Konsumentendaten ergab, dass sich die große Mehrheit der Personen auf die Verringerung von Abfall und die Mülltrennung konzentrierte. Der Co2-Fußabdruck bei der Planung einer Reise spielte bei zwölf Prozent der Befragten eine Rolle. Genauso groß war europaweit der Anteil jener, die bei der Wahl eines neuen Autos auf den Benzinverbrauch achteten. Allerdings erreichten die Deutschen hier mit 27 Prozent den Spitzenwert.

Welchen Einfluss haben Sportler?

„Nur wenige sind bereit ihren Lebensstil zu ändern, um den Planeten zu retten – das ist das Ergebnis einer Studie“, titelte die britische Tageszeitung The Guardian dazu. Und der „Sustainability Report“, eine Plattform, die sich mit der Rolle des Sports beim Thema Nachhaltigkeit beschäftigt, stellte am 11. November die Frage: „Ob der Sport als eine der Aktivitäten mit der höchsten Beteiligung, die mit am meisten Spaß auf diesem Planeten macht, eine Rolle dabei spielen kann, neue Gewohnheiten zu entwickeln?“

Einer Studie von World Athletics zufolge, die ebenfalls vor der Klimakonferenz veröffentlicht wurde, gaben 77 Prozent aller befragten Sportler an, ihren Lebensstil verändert zu haben, um den Schaden zu verringern, den ihre Aktivitäten auf die Umwelt haben. 75 Prozent erklärten, sie wollten andere dazu ermutigen, das Gleiche zu tun. Bei den Golfprofis meldete sich hierzu dann auch Rory McIlroy zu Wort.

Klimawandel mit negativen Folgen für Sportstätten

Dies mag auch daran liegen, dass immer mehr Sportstätten und Sportevents direkt durch Auswirkungen des Klimawandels gefährdet sind. Den Daten der Climate Coalition zufolge sind in Großbritannien inzwischen 62.500 Amateurfußballspiele wegen Extremwetter abgesagt worden. Clubs in besonders gefährdeten Gebieten kämpfen im Schnitt drei Monate in der Saison mit Überflutung oder anderen Schäden.

Golfszene steht am Anfang der Diskussion

Die Diskussion über die Akzeptanz des Klimawandels in der Golfbranche hat gerade erst begonnen. Unter den 273 Verbänden oder Vereinen, die bis dato die Vereinbarung „Sports for Climate Action“ der United Nations unterschrieben haben, sind mit der International Golf Federation, der United States Golf Association, dem Sentosa Golf Club und Saudi Golf nur vier von 273 Teilnehmern. Aus Deutschland haben insgesamt zwölf Vereine und Verbände unterzeichnet. Es sind die Eisbären Berlin, Norddeutscher Regatta Verein, DSV, VFL Wolfsburg, DFB, der Snowboarding Verband, der Deutsche Skilehrer Verband, Fortuna Düsseldorf, FC Köln, Kieler Yacht Club, Alba Berlin Basketball und das Offshore Team Germany.

Sie alle haben sich zur Einhaltung folgender fünf Prinzipien verpflichtet, die der UN-Vertrag folgendermaßen formuliert:

Principle 1: Undertake systematic efforts to promote greater environmental responsibility

Principle 2: Reduce overall climate impact

Principle 3: Educate for climate action

Principle 4: Promote sustainable and responsible consumption

Principle 5: Advocate for climate action through communication