Nachhaltigkeits-Check: BMW International Open

Wie steht es um die Umsetzung des Themas Nachhaltigkeit bei der BMW International Open im Golfclub München Eichenried, das zur europäischen DP World Tour zählt? Bei der 33. Ausgabe vor den Toren der bayerischen Landeshauptstadt hat Golf Sustainable die Veranstaltung unter den Gesichtspunkten Mobilität, Plastikmüll, Energiesparen und CO2-Fußabdruck in Form eines Nachhaltigkeits-Check unter die Lupe genommen. /

Mobilität

Die für den Shuttle-Service von Spielern und Caddies eingesetzte Fahrzeug-Flotte besteht ausschließlich aus elektrifizierten und zum Großteil aus vollelektrischen Fahrzeugen, die laut BMW-Angaben zu einhundert Prozent mit Ökostrom geladen werden. Im Einsatz sind 77 vollelektrische Fahrzeuge des Modells BMW iX, BMW i4 und BMW iX3 sowie 25 Hybrid-Modelle (BMW X5 xDrive45e und BMW X3 xDrive30e). Bei der Ausstattung gehen die Veranstalter ähnlich wie zuletzt die Porsche European Open in Winsen (Luhe) vor.

Für Zuschauer und Mitarbeiter wurde an den Turniertagen ein Shuttle-Bus-Service zwischen dem Turniergelände und dem nächstgelegenen und rund zehn Kilometer entfernten S-Bahnhof Ismaning eingerichtet. Dabei werden gängige Reisebusse (Verbrenner) eingesetzt, die aufgrund von Auflagen im Rahmen der Corona-Pandemie nur eine begrenzte Anzahl an Passagieren mitnehmen dürfen (22 Personen).

Plastikmüll

Beim Nachhaltigkeits-Check zur BMW International Open haben wir einen Blick auf die Verpflegung der 156 gemeldeten Spieler samt deren Caddies während der vier Turnierrunden geworfen. In diesem Bereich kann viel Plastik eingespart werden. Hier haben die Veranstalter ein nachhaltiges System aufgebaut. Die Spieler erhalten nachfüllbare Wasserflaschen, die sie an den auf dem gesamten Golfplatz installierten Frischwasserstationen auffüllen können. Auch in den Büros der Organisation sowie in den Arbeitsbereichen sind Wasserspender aufgestellt. Eine komplett plastikfreie Wasserversorgung gibt es nicht, da in gewissen Bereichen mitnehmbare PET-Pfandflaschen ausgegeben werden, die abschließend getrennt entsorgt werden.

Bei der Verpflegung der Zuschauer wird mit Mehrweg-REBOWL-Produkten gearbeitet, im Staff-Bereich kommen neben nachfüllbaren Wasserflaschen kompostierbare Becher und Geschirr zum Einsatz. In Plastikfolie verpackte Lebensmittel wie zum Beispiel belegte Brote oder Riegel findet man vereinzelt vor. Im Fairway Club, der VIP Lounge am 18. Loch, wird nur mit Glas und Geschirr gearbeitet.

Werbebanner, -mittel und Verkleidungen

Auch bei den Materialien rund um das Turnier versuchen die Veranstalter Einsparungen beim Abfall zu erzielen. Es werden zum Beispiel für Verkleidungen PVC-freie Blockout-Planen verwendet, um Sondermüll durch Großdrucke drastisch zu reduzieren. Bereits seit 2021 ist das Werbebanden-System an den Abschlägen so konzipiert, dass es mehrere Jahre wiederverwendet werden kann.

Auch bei den Teppichen, die rund um den Aussteller-Bereich Verwendung finden, wurde laut BMW gegenüber vergangenen Veranstaltungen weniger Material verwendet. Viele Printprodukte in der Werbung, dem Ticketing sowie in der Kommunikation vor Ort wurden zudem durch digitale Lösungen ersetzt.

Energiesparen

BMW zufolge wurde beim Turnier bereits seit vielen Jahren die Infrastruktur auf Glasfaserkabel sowie Trafostationen mit Ökostrom statt Diesel-Aggregaten umgestellt. Temporäre Bauten werden mit isolierten Dachplanen errichtet, um Energie zu sparen.

Ein gegenüber dem Vorjahr verringerter Energieverbrauch bei den Ausstellern dürfte sich nach der diesjährigen Ausgabe auch in der Energie- und Co2-Bilanz vorfinden. Der Minderverbrauch an Energie ist unter anderem auch der Tatsache geschuldet, dass weniger Aussteller vor Ort präsent sind als das Jahr zuvor.

CO₂-Ausgleich und Golfclub

Zu diesem Thema wurde kein spezielles Konzept bezüglich des Ausgleiches des CO₂-Fußabdruckes von Spielern und Caddies vorgelegt. Dass wie bei den Musterbeispielen der Aberdeen Standard Investment Ladies Scottish Open in Schottland 2019 oder der Waste Management Open 2022 CO₂-Fußabdrücke von Spielern und Caddies ausgeglichen werden, bleibt für die BMW International Open ebenso wie für viele andere Sportveranstaltungen ein anzustrebendes Ziel.

Der Golfclub München Eichenried kann zahlreiche Nachhaltigkeits-Projekte vorweisen und gehört in dem Bereich zu den Top-Anlagen in Deutschland. Die zu den Leading Golfclubs of Germany zählende Golfanlage wurde 2021 vom bayerischen Umweltministerium im Rahmen des „Blühpakt Bayern“ ausgezeichnet, ebenso für die „UN-Dekade Biologische Vielfalt“. Das vom Deutschen Golf Verband vergebene Zertifikat Golf&Natur besitzt die Anlage zugleich.

Ebenso bietet der Golfclub seit einem guten Jahr eine eigene Infrastruktur bei Elektro-Ladestationen für E-Autos. Auf dem Parkplatz wurden fünf Ladesäulen mit insgesamt zehn Ladeplätzen in einem gemeinsamen Projekt mit BMW errichtet.