WM Phoenix Open setzt Nachhaltigkeits-Standard

Die „größte Show der Welt“ im Golfsport ist zugleich deren derzeit „grünste Show der Welt“ . Die WM Phoenix Open, die in dieser Woche unter anderem mit Jon Rahm, Brooks Koepka und Bubba Watson stattfindet, arbeitet seit Jahren daran, auch in Sachen Nachhaltigkeit zu punkten. Grund: Der Titelsponsor Waste Management ist einer der größten Abfallentsorger der USA.

Best Practice für Turnierveranstalter

Was die Amerikaner an dieser Stelle liefern, ist, unabhängig von zahlreichen Einzelprojekten, eine Blaupause für all‘ jene Eventorganisatoren, die ebenfalls an Details zur Nachhaltigkeit arbeiten wollen. Das beginnt bei den Zertifizierungen durch die GEO in London und dem ISO ISO20121 Standard. Letzterer definiert die Anforderungen für einen nachhaltigen Ansatz einer Veranstaltung sowohl in ökonomischer wie sozialer und umwelttechnischer Ausrichtung.

Dabei ist die WM Phoenix Open derzeit auch das einzige Turnier weltweit, das bis auf die Anreise der Fans alle CO2 Emissionen ausgleicht, wobei es gleichzeitig in zahlreichen Bereichen Projekte gibt, um eben diese zu verringern. Seit elf Jahren arbeitet man ausschließlich mit erneuerbaren Energien, Biodiesel oder Gas. Aufbauten bestehen zu einem hohen Maß aus recyceltem Material. 2021 wurden 59,5 Prozent des Abfalls recycelt, 15,4 % kompostiert, 11,3 % zu Energie umgewandelt und 13,8 %, zum Beispiel Essen und Baumaterialien, an wohltätige Einrichtungen gespendet. Die Abfallbilanz der Veranstaltung liegt bei 0.

Mobilität der größte CO₂-Verursacher

Interessant ist dabei aber auch, woher die CO₂-Emissionen für das Turnier, die sich 2021 auf 4445,4 Tonnen CO₂ beliefen, stammen. Dabei ist bei den Zahlen 2021 zu berücksichtigen, dass wegen der Corona-Pandemie täglich nur 5000 Zuschauer vor Ort erlaubt waren, ansonsten rechnet man in einer Turnierwoche mit mehr als einer halben Million Zuschauer.

Tatsächlich sind es eben auch die Fans, die mit Abstand den höchsten CO₂-Ausstoß während der Turnierwoche verursachen. 2021 belief sich der Punkt „Fan-Transportation“ auf 3502,2 Tonnen CO₂, während der Punkt „Player Transportation“, zu dem auch die Anreise der Spieler zählt, bei 51.2 Tonnen lag. Zum Vergleich: Der CO₂-Ausstoß aller verwendeten Aufbaumaterialien wurde nur mit 277,9 Tonnen berechnet, der Aufwand für IT Services mit 14,1 Tonnen.

Der Titelsponsor gleicht alle CO₂-Emissionen bis auf die Anreise der Fans auf, was 2021 941 Tonnen CO₂ entsprach. Die Ausgleichszahlungen kommen dem Bonneville Environmental Foundation’s Crow Lake Wind Projekt zugute, dem größten Windkraftprojekt der USA, das gemeinnützig ist.

Nachdem Waste Management 2021 erstmals auch genaue CO₂ Berechnungen für Spieler und Fans sowie die Mobilität von Hilfspersonal und VIP Gästen angestellt hatte, wird es interessant die Bilanz für 2022 abzuwarten. In diesem Jahr läuft die Veranstaltung mit weit mehr Aufwand, Aufbauten und Zuschauern ab. Erwartet wird, dass die Rekordzuschauerzahl von 700.000 aus dem Jahr 2020 sogar gebrochen wird.