Verbot für Plastik-Tees wird populär

Sie sind klein, eigentlich unauffällig – aber durchaus ein Thema, wenn es um das Einsparen von Ressourcen geht: die Tees, von denen weltweit pro Jahr nach Angaben der Golfindustrie geschätzt fast fünf Milliarden verwendet werden.

In Großbritannien haben sich zu Jahresbeginn 25 Golfanlagen in einer achtwöchigen Kooperation zusammengeschlossen, um kosteneffizienter und nachhaltiger einzukaufen. Das betrifft auch die Verwendung von Golf Tees. Sämtliche Anlagen sind auf die umweltfreundlichen Tees der Marke OceanTee umgeschwenkt, bei deren Herstellung und Verpackung auf Plastik verzichtet wird.

Die Tees werden stattdessen zu 100 Prozent aus Bambus hergestellt. Der Rohstoff stammt aus einem 100 Hektar großen Bambuswald in der chinesischen Jiangxi Provinz, der dem Staat gehört und nachhaltig bewirtschaftet wird. Während des Produktionsprozesses wird ebenfalls keinerlei Plastik verwendet. OceanTee spendet 25% der Gewinne an nachhaltige Charity-Projekte, die sich auf die Vermeidung von Plastikmüll spezialisiert haben

Einer der 25 Clubs, die an der Initiative teilnahmen, war der renommierte Prince’s Club an der Küste von Sandwich, der seit dem Redesign seiner 27 Löcher besonderes Augenmerk auf eine nachhaltige Gestaltung des Küstenplatzes legt. Rob McGuirk, General Manager of Prince’s Golf Club, kommentierte die Umstellung weg von Plastiktees wie folgt: „Für uns ist es sehr wichtig, unseren Einfluss auf die Umwelt im nächsten Jahrzehnt deutlich zu verringern. Es wird zunehmend wichtig, das Thema Nachhaltigkeit zu beachten.“

Das Verbot von Plastiktees wird international immer populärer. In England zum Beispiel hat der Royal North Devon Golf Club zum 1. Januar 2020 die Verwendung von Plastiktees bei seinen Mitgliedern verboten. Allerdings wird innerhalb der Golfszene und der Industrie auch darüber gestritten, ob Holz- oder Bambus-Tees tatsächlich eine Alternative zu Plastiktees sind, weil sie relativ schnell kaputtgehen und der Verbrauch pro Runde und Golfer deutlich höher ist.

In den USA hat sich dabei das Unternehmen EvolveGolf einen Namen gemacht, das mit dem sogenannten Epoch-Tee ein Tee aus recyceltem Plastik herstellt, das die ganze Runde überdauert. Generell geht man auf dem amerikanischen Markt davon aus, dass ein Golfer sechs bis acht Tees pro Runde benötigt. Eine Reduzierung auf ein Tee bedeutet bei zirka 800 Millionen Golfrunden pro Jahr weltweit ein Einsparpotential von mindestens vier Milliarden Tees und damit auch weniger Verbrauch von Rohstoffen. In Amerika allein wurden 2018 nach Angaben der National Golf Foundation rund 430 Millionen Runden Golf gespielt.

Im deutschsprachigen Raum gibt es keinerlei Regularien zur Verwendung spezieller Tees, allerdings empfiehlt die Nachhaltigkeits-Kommission von Swiss Golf den Schweizer Golfern die Verwendung von plastikfreien Tees.

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