GC Garmisch hilft bei Sicherung des Münchner Trinkwassers

Würde man ein Motiv für einen Werbefilm zum Thema Wasser suchen, man würde wohl hier landen: Das bayerische Voralpenland mit der Zugspitze im Hintergrund, im Vordergrund Natur pur mit Bäumen, Büschen und dem kleinen Bach, der sich eben auch durch einen Golfplatz schlängelt. In Oberau, beim GC Garmisch-Partenkirchen, ist das Thema Trinkwasser seit einigen Monaten ein Dauerbrenner – nicht, weil man damit ein Problem hat, sondern weil sich die Golfanlage mit den Stadtwerken München zu einer Kooperation entschlossen hat, die zum Schutz der Grundwasserressourcen der Stadt München beiträgt.

Kooperationen mit Ökobauern, Forstwirtschaft und Golfplatz
Bayerns Hauptstadt gewinnt ihr Trinkwasser im Mangalltal und Loisachtal. Zum Glück, so resümiert Rainer List, Leiter der Wassergewinnung bei den Stadtwerken München, „sind wir in diesem Raum in der glücklichen Lage, hervorragendes Wasser zu beziehen, dessen Nitratwert bei zirka vier Milligramm pro Liter liegt. Und wir haben auch kein Problem mit Knappheit.“ Trotzdem ist der Schutz der Ressource Wasser für eine Millionenstadt wie München wesentlich.
Über Kooperationen mit dem ökologischen Landbau und eine naturnahe Bewirtschaftung der Forstwirtschaft in Form des sogenannten Wasserschutzwaldes arbeitet man laut List daran, „den hervorragenden Zustand des Grundwassers zu erhalten.“ Der Golfplatz in Oberau mit dem GC Garmisch-Partenkirchen ist Bestandteil  des Loisachtales, der langfristig den Trinkwasserbedarf sichern soll. Er liegt komplett im Wasserschutzgebiet.
Mit Hilfe eines Maßnahmenplanes, der die verwendeten Dünge- und Pflanzenschutzmittel auf der Golfanlage genau festhält, eines nach ISO 14001 zertifizierten Managementsystems und die Anlehnung an das Zertifizierungssystem des DGV „Golf & Natur“ wird nun genau dokumentiert, was auf dem Gelände rund um das Gut Buchwies geschieht. Das ist, so List, auch für den Golfclub ein großer Vorteil, „weil ja ansonsten schon das Vorurteil da ist, dass auf einem Golfplatz erst einmal das Maximum an Mitteln ausgeschüttet wird, damit alles schön grün ist.“

Fördermittel für naturnahe Bewirtschaftung
Die Dokumentation beweist das Gegenteil: „Tatsächlich geht es hier ja wirklich nur um sehr kleine Mengen, weil die intensiv genützte Fläche ja nur die Grüns sind. Wenn wir das zum Beispiel mit dem ökologischen Landbau vergleichen, so hat man das bereits mit ganz anderen Flächenausmaßen zu tun.“ Genau wie die Ökobauern, die Mitglieder der „Initiative Ökobauern“ sind und von den Stadtwerken München einen Zuschuss für ihre Umstellung auf extensive Bewirtschaftung erhalten, erhält nun auch der GC Garmisch-Partenkirchen jährlich 8000 Euro Fördermittel, die sich sogar erhöhen würden, wenn der Club die Silber-Zertifzierung von Golf & Natur ins Auge fasst.
Einmal abgesehen vom Zuschuss hat der Club nun auch die stets aktuelle Dokumentation an der Hand, die beweist, dass durch die Golfanlage keinerlei negative Auswirkungen auf den Zustand des Grundwassers nachgewiesen werden können. Das Image des Wasserverschmutzers, das Golfanlagen oftmals angeheftet wird, ist damit haltlos. Ganz im Gegenteil: Naturerlebnis pur lautet die Devise in Oberau. Beim Blick auf den kleinen Teich wird klar  – das Wasser sieht nicht nur so rein aus, es ist es auch.

Foto: Par-Verlag

20 Prozent des täglichen Wasserbedarfs der Stadt München, insgesamt täglich 300 bis 330 Millionen Liter, werden hier im Loisachtal gewonnen.

Foto: Stadtwerke München/Ziggy Heinrich Hülser