Royal Dornoch kämpft gegen Erosion an der Küste

Wer glaubt, die großen Links-Klassiker dieser Welt blieben ständig unverändert, täuscht. Royal Dornoch, einer der bekanntesten Golfplätze Schottlands, hat zum einen eine neue siebte Spielbahn auf dem bekannten Championship Kurs und außerdem auf dem kleineren Struie Course ein sehr interessantes Projekt im Rahmen des schottischen Küstenschutzes.

Das zehnte Fairway des Platzes war jahrelang erosionsgefährdet, so dass sich der Club zusammen mit diversen Institutionen entschloss, ein Projekt mit Salzmarschpflanzen zu starten, um die Küstenseite des Platzes zu schützen. Dabei entschied man sich bewusst gegen größere bauliche Maßnahmen an diesem Küstenabschnitt und setzte auf die natürliche Kraft der Pflanzen. Dr. Clare Maynard von der St. Andrews University und Projekt Manager der Initiative Green Shores, die sich um die Restoration von Marschflächen kümmert, beschreibt den Vorteil so: „Marschflächen im Salzwasser absorbieren Energie.“ Die Untersuchung entsprechender Flächen in St. Andrews ergab, dass „das Gelände hinter dem Marschflächen in ziemlich gutem Zustand war und weit weniger unter Erosion und Überflutung litt als Gebiete ohne vorgelagertes Marschland.“

In die Lücken im Marschland vor dem Struie Kurs wurden nun seit 2018 kleine Pflanzen gesetzt, die für Salzwasser-Marschflächen geeignet sind. Die Arbeit übernahmen Schüler aus Dornoch, Freiwillige und das Greenkeeping Team von Royal Dornoch. Unklar ist noch, inwieweit die Pflanzen auf Dauer wirklich als Wellenbrecher wirken werden, Maynard ist vom Konzept aber überzeugt: „Ansätze wie dieser, die mit der Natur arbeiten, werden inzwischen als wichtige Ergänzung zu klassischen Varianten des Baus anerkannt. Angesichts der zunehmenden Erosion, die wir seit einigen Jahrzehnten an Schottland Küsten sehen, brauchen wir möglichst viele Optionen, um die Küsten so widerstandsfähig wie möglich für den Klimawandel zu machen.“

Die neue siebte Bahn von Royal Dornoch: Während bis dato nur vom Abschlag weg der Blick auf das Meer möglich war, sieht man das Wasser jetzt von der ganzen Bahn aus. (Foto: Matthew Harris)