Nachhaltigkeits-Check: The Open 2022

Wie schnell alle Versuche, eine Versammlung CO₂-freundlicher zu gestalten, torpediert werden können, hat der R&A als Veranstalter der Open Championship im Verlauf der Woche schon gelernt. Nachdem die Mitarbeiter von Scottish Rail derzeit streiken und keine Überstunden machen, mussten zahlreiche Zugverbindungen nach St. Andrews gestrichen werden. Der R&A versandte deshalb zu Beginn der Woche eine Pressemitteilung, in der ausdrücklich zum Autofahren aufgerufen wurde, weil man Chaos an den Bahnstationen befürchtete. Insofern ist der Versuch, das Thema Mobilität beim einzigen Major-Turnier für Männer, umweltfreundlicher zu gestalten, an der Realität gescheitert.

Unabhängig davon nimmt das sogenannte GreenLinks Programm des R&A  aber insgesamt an Fahrt auf. Nachdem man das Projekt für eine nachhaltigere Ausrichtung des Turniers 2016 gestartet hatte, sind in diesem Jahr weitere Punkte umgesetzt worden:
• Die Grüns des Old Course werden zum ersten Mal ausschließlich mit E- und Hybrid-Mähern gemäht, die ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt werden.
• Das Problem der Energieversorung, das noch in Royal Portrush aufgrund von logistischen Problemen nicht gelöst werden konnte, hat sich nun geklärt: Die Energie für die Open wird über Biodiesel oder über Solarpaneelen gewonnen.
• Die Verbannung von Plastik im Catering-Bereich ist Realität geworden. Ob im Zuschauer- oder im Pressebereich: Gegessen wird nur noch von Porzellan und mit Besteck aus Recycling-Stoffen. Allerdings ist dies auch eine Vorgabe der schottischen Regierung, die generell bei Events umgesetzt werden muss. Generell werden bei der Open im Gastrobereich aber auch keine großen Plastikflaschen mehr zum Umfüllen von Getränken in Gläser ec. benützt.
• Bis zu 70 Prozent aller Produkte, die im Catering verwendet werden, stammen aus einem Umkreis von maximal 150 Meilen zu St. Andrews. Fleisch und Eier müssen den Bestimmungen der RSPCA Richtlinien für Tierwohl entsprechen.

• Mercedes-Benz hat einen Teil der Autoflotte, die für den Transport von Spielern, VIPs und Personal zuständig ist, auf E-Fahrzeuge umgerüstet, die auch vor Ort aufgetankt werden. Auch hier kommt der Strom aus erneuerbaren Energien.
• Nachdem die Wasser-Initiative schon seit 2016 läuft, wurden nun auf dem Gelände des Events zusätzliche weitere Auffüllstationen für Wasser installiert. Hier werden auch Spenden für die Priceless Planet Coalition gesammelt. Ziel ist es, im Verlauf der Open genügend Geld für die Anpflanzung von 20.000 Bäumen bei zertifizierten Projekten zu sammeln.
Fest steht: Die an jeder Ecke von Flaschen überquellenden Müllbehälter, die bei der Open immer Standard waren, gibt es erfreulicherweise nicht mehr. Stattdessen ist das Gros der Zuschauer mit eigenen Flaschen unterwegs und füllt an den unzähligen Wasserstationen nach.