Last Updated on 23. März 2022 by Petra Himmel

Mehr Plastikvermeidung auf der Golfanlage

Strände voll von PET-Flaschen, Geisternetzen, anderem Plastikmüll. Tiere verenden, die sich in den Netzen verfangen oder zu viel Plastik schlucken. Wer den Film Blue Planet II des bekannten britischen Journalisten David Attenborough gesehen hat, weiß: Die Umwelt hat ein großes Problem mit Plastik. Die Sportbranche gehört dabei durchaus auch zu den Verursachern.

Tausende Plastikflaschen einsparen

Ein Beispiel sind abertausende von Sportnetzen, egal ob vom Volleyball, Tennis oder Badminton, die jährlich im Müll landen. Aber auch im Golfsport sammelt sich der Plastikmüll in vielen Bereichen: Es beginnt beim Verpackungsmaterial an Schlägern, Handschuhen, Caps, das sich im Proshop sammelt. Es geht weiter mit Plastikmüll aus dem Putzmittelbereich, Verpackungen für Düngemittel im Greenkeeping und endet schließlich beim Golfer selbst, der seine Runde auf dem Golfplatz mit PET-Flaschen aus dem Supermarkt antritt und als Zwischenmahlzeit den einen oder anderen Riegel aus der Plastikverpackung verzehrt. Bei Golfturnieren ist Verpflegung in der Plastikverpackung ebenso Standard wie PET-Trinkflaschen. Bei einem Sponsorenturnier mit 100 Teilnehmern werden pro Tag je nach Temperatur zwischen 300 und 400 Flaschen ausgegeben.

Die Reduzierung der Müllberge, die dadurch entstehen, wird bei immer mehr Golfanlagen zum Thema. Arabella Golf auf der spanischen Insel Mallorca zum Beispiel, seit 2019 nach dem EMAS Umweltsiegel der EU zertifiziert, hat auf allen Golfplätzen sowie in den Clubhäusern Wasserspender installiert und verkauft für fünf Euro wiederauffüllbare Trinkflaschen. Ein ähnliches Programm wird in Gut Apeldör in Schleswig-Holstein durchgezogen. Der Ladies Business Cup, eine B2B-Turnierserie nur für Damen in Deutschland, wurde ebenfalls komplett ohne Verwendung von Lebensmitteln in Plastikverpackung veranstaltet.

Welche Möglichkeiten zur Plastikvermeidung hat also der einzelne Golfclub?

  • Auf der gesamten Golfanlage werden Wasserspender aufgestellt.
  • Die verschenkten Tees im Sekretariat bestehen nicht aus Einmalplastik – stattdessen werden Tees aus recyceltem Plastik oder Bambus ausgegeben.
  • Bei Turnieren werden Riegel in Plastikverpackung durch Verpflegung in umweltfreundlicher Verpackung oder Obst ersetzt. Sandwiches werden nicht in Plastik sondern Papiertüten verpackt.
  • Statt Soft Drinks und Wasser in PET-Flaschen werden bei Turnieren Getränkespender eingesetzt, aus denen Wasser oder zum Beispiel Eistee gezapft werden können.
  • Wiederauffüllbare Flaschen werden als Startgeschenk, Ausstattung für Mannschaftsspieler oder Preise vergeben.
  • Bei Turnierpreisen und Blumensträußen wird auf Plastikverpackung verzichtet.
  • Für die Reinigung im Clubhaus werden umweltfreundliche Putzmittel in wiederauffüllbaren Flaschen verwendet.
  • In den Umkleidekabinen und Toiletten werden ebenfalls wiederauffüllbare Seifenspender verwendet.
  • Das Greenkeeping bestellt Produkte vermehrt als Konzentrat, um nicht nur Plastikverpackung, sondern auch Versandkosten zu sparen.
  • Neue Beschilderung auf dem Golfplatz besteht nicht aus Plastik, sondern aus Holz oder Recycling-Materialien.

Wer nur einen Teil der möglichen Maßnahmen umsetzt, wird vom positiven Effekt auch kleiner Projekte überrascht sein. Das Problem der übergroßen Plastikmüllmengen ist auch unter Golfern bekannt. Deshalb reagieren die meisten Spieler positiv auf Ansätze zur Vermeidung. Zugegeben: Der Start erfordert von Gastronomie, Proshop und Sekretariat neue Konzepte und ein wenig Kreativität. Ein unüberwindbares Hindernis ist das aber für keine Golfanlage.