Bayerischer Golfverband stellt CO2-Golf-Rechner vor

Ab sofort ist in Deutschland ein spezieller Golf-Rechner für die Berechnung der CO2-Bilanz von Golfanlagen vorhanden. Der Bayerische Golfverband hat diesen mit Unterstützung des Deutschen Golf Verbandes von der Klimaschutzorganisation myclimate entwickeln lassen, die bereits Expertise aus anderen Sportarten mitbringt. „Dies ist ein kostenloser Service für alle bayerischen Golfanlagen, den diese ab sofort nützen können“, stellte der Präsident des Verbandes Arno Malte Uhlig im Rahmen des Herbst-Workshops in München fest. „Unser Ziel war es, einen einheitlichen Standard für alle Golfanlagen anzubieten, sodass eine Vergleichbarkeit zwischen den Golfanlagen möglich ist.“

Der Golf-Rechner, der sich auf die weltweit anerkannten Standards des Greenhouse Gas Protocols stützt, wurde unter der Prämisse entwickelt, das Spannungsfeld zwischen Genauigkeit und Aufwand ausgewogen zu gestalten. „Unser Ziel war es, die Datenerfassung in den täglichen Betrieb integrierbar zu machen und gleichzeitig eine hohe Genauigkeit zu gewährleisten“, erklärte Melanie Weiss von myclimate bei der Vorstellung des Rechners.

Folgende Punkte sind beim Golf-Rechner wissenswert:

  • Der Betrachtungszeitraum der Bilanzierung ist immer ein Jahr. Es muss nicht das Kalenderjahr sein.
  • Die Daten werden über eine Excel-Tabelle eingegeben. Falls eine Anlage bestimmte Daten nicht zur Hand hat, kann auf statistische Mittelwerte zurückgegriffen werden.
  • Unterschieden wird in die Bereiche Scope 1, Scope 2 und Scope 3. Die Bereiche Scope 1 und Scope 2, in denen zum Beispiel Energie, Getränke, Abfall, Mahlzeiten oder die Transporte von Drittunternehmen zusammengefasst sind, sind verpflichtend. Der Bereich Scope 3 ist freiwillig. Allerdings fällt in diesen die Mobilität der Golfer. Nachdem diese erfahrungsgemäß den größten Teil der Bilanz ausmacht, wird die Mobilität in Scope 3 berücksichtigt. Nur so ist eine Glaubwürdigkeit der Bilanz gegeben.
  • Am Ende der Bilanz erhält die Golfanlage einen CO2e Mittelwert pro Runde, pro Mitglied  und für die Fläche.
  • Neben die CO₂-Bilanz wird eine eigene Berechnung der Pflanzungen auf einer Golfanlage gestellt, die zur Bindung von CO₂-beitragen.

Datenmessung ermöglicht erste Einschätzung

Durch die Bilanz, so Weiss, erhalte jede Golfanlage einen guten Überblick, welche Konsequenzen das eigene Tun im Hinblick auf den ökologischen Fußabdruck habe. „Gleichzeitig bietet sich damit die Möglichkeit, Angriffspunkte für die Reduzierung zu identifizieren.“ Ein Beispiel: Schafft sich die Golfanlage eine neue Heizung an und ersetzt eine Gasheizung zum Beispiel durch eine Wärmepumpenheizung, die mit Strom von der eigenen Fotovoltaikanlage betrieben wird, sinkt der CO₂-Ausstoß sofort beträchtlich.

Mit der Entscheidung, einen einheitlichen Golf-Rechner auf wissenschaftlicher Grundlage entwickeln zu lassen, so Präsident Uhlig, hoffe man auch zu vermeiden, dass die Golfanlagen durch kostenpflichtige Offerten von Drittanbietern am Ende auf Bilanzen sitzen bleiben, deren Bewertung schwierig sei. Bei myclimate, so Uhlig, greife man auf einen gemeinnützigen Anbieter zurück. Dessen Ursprünge reichen ins Jahr 2002 zurück, als man als Spin-Off der ETH Zürich, eine der weltweit führenden technischen Hochschulen, entstand. Inzwischen gilt das Unternehmen als mitführend im Bereich der freiwilligen Kompensation.

Support für die Golfanlagen 

Der Bayerische Golfverband, so dessen Geschäftsführerin Heidrun Klump, werde den Prozess der Co2-Bilanzierung mit den Vereinen begleiten. Einig sind sich dabei alle Beteiligten, dass der CO₂-Rechner ein Projekt ist, das aufgrund seiner Neuartigkeit laufend angepasst und optimiert werden müsse.