50° C: Australien diskutiert Zukunft von Outdoorsport

Besser geht’s eigentlich nicht: Golf ist in Australien die ganz große Nummer. Zehn Prozent aller Erwachsenen spielen hier Golf. Damit ist der Sport so populär wie in kaum einem anderen Land der Welt. Rund 1800 Golfplätze werden von zirka 1,3 Millionen Golfern genützt, zahlreiche davon wie Royal Melbourne, Kingston Heath oder Barnbougle Dunes zählen zu den besten der Welt. Weltklasse-Profis wie Greg Norman oder Adam Scott stammen von hier. Turniere wie die Australian Open haben eine lange Historie.

Wetterextreme machen Sport unberechenbar

Der Klimawandel aber macht der Outdoorsportart Golf ebenso wie auch Cricket, Tennis, Reiten oder Rugby schwer zu schaffen. Die Golfturniere der Profitouren zu Beginn des Jahres 2020 litten unter extrem schlechter Luft wegen der Buschfeuer.  Der Kapitän des englischen Cricket-Teams Joe Rott brach 2018 im Match gegen Australien bei 41,9 Grad Hitze wegen Dehydrierung zusammen. Im Tennis wurde die Australian Open 2018 zwei Tage wegen extremer Hitze ausgesetzt, die Australian Football League hat seit 2020 eine „Extreme Hitze-Richtlinie“ eingeführt, die ab 35 Grad Hitze und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit gilt. Die Liste der Negativ-Fälle ließe sich durchaus noch fortsetzen.

Neue Studie von Australia’s Climate Council

„Game, Set, Match: Calling Time on Climate  InAction” heißt eine neue Studie von Australia’s Climate Council, die Diskussionen um die Zukunft von Outdoorsportarten in Australien befeuert – andere Staaten wie die Vereinigten Amerikanischen Emirate oder auch Teile der USA, Südamerikas oder Südeuropas dürften ebenfalls einen interessierten Blick darauf werfen. Obwohl Golf als Sportart nicht explizit untersucht wurde, gelten für diese Sportart ähnliche Aussagen wie etwa für Tennis oder Cricket.

50 Grad Celsius im Sommer als Gesundheitsrisiko

„Sport wird kontinuierlich abgesagt, vertagt oder verkürzt, weil zunehmende Wetterextreme im Rahmen des Klimawandels dies bedingen“ stellen die beteiligten Wissenschaftler der Studie fest und kommen zu dem Schluss: Diese Tendenz wird sich noch verstärken.

  • Im Jahr 2040, so ihre Einschätzung, werden die Hitzewellen im Sommer in Sydney oder Melbourne 50° C erreichen und damit die Durchführung von Outdoor-Sport komplett in Frage stellen.
  • Extreme Hitze stellt zunehmend ein Gesundheitsrisiko dar, mit dem in diesem Ausmaß weder Fans noch Spitzen- oder Amateure zurechtkommen.

“Wenn die globalen CO2-Emissionen weiter ansteigen, wird sich Australiens Sport extrem wandeln. Turniere im Sommer werden am Abend stattfinden oder die Spielpläne werden in das Frühjahr oder den Herbst verlegt“, resümiert Dr. Martin Rice, Head of Research bei Climate Council und einer der Autoren der Studie. Das betrifft auch die diversen Golfturniere, die alle schon jetzt mit der Tatsache konfrontiert sind, dass die Hitzewellen in australischen Städten nicht nur deutlich früher beginnen – in Sydney zum Beispiel 19 Tage früher – sondern sich wie in Canberra auch in ihrer Länge verdoppelt haben.