USGA forciert Nachhaltigkeit bei US Open

Die United States Golf Association will bei der US Open im The Country Club in Brookline in Sachen Nachhaltigkeit Zeichen setzen. Und das, obwohl die Ausgangsvoraussetzungen alles andere als einfach sind. In Boston ist diese Woche die Hölle los. Die NBA Finals der Basketballer stehen an, die Boston Red Sox spielen zuhause in der Baseball-Liga und dann ist da eben noch die US Open. Erwartete Zuschauer: Über 200.000. „Keine Frage, Mobilität ist eine unserer größten Herausforderungen, aber wir haben beschlossen die nachhaltigste US Open zu veranstalten, die es bisher gab“, stellt Janeen Driscoll, Director Brand Communications der United States Golf Association fest. Die USGA als Veranstalter des Major-Turniers hat sich mit dem MBTA als Versorger des öffentlichen Nahversorgers zusammengetan und bewirbt nun offensiv Bike-Sharing, Bahne und Busse. „Es hilft, dass Boston ohnehin eine Stadt ist, in der das Thema Nachhaltigkeit eine große Rolle spielt.“

Der Start für einen großen Lernprozess

Die US Open ist in Golferkreisen für vielerlei Dinge bekannt: Die härtesten Spielverhältnisse im Golf, die schnellsten Grüns, das höchste Rough, die lautesten Fans und unzählige Bierbecher, die neben den Abfallkörben liegen. Die USGA möchte diesem Bild ein weiteres hinzufügen: Das der US Open, die an ihrem CO₂-Ausstoß arbeitet, die versucht einen nachhaltigeren Weg zu gehen. „Wir wissen, dass wir noch viel lernen müssen, aber wir wollen anfangen“, stellt Driscoll fest.

Die Ansätze sind da: Neben dem Versuch, die Golffans davon abzubringen, nicht einzeln mit einem Auto zur Golfanlage zu fahren, stehen diverse andere Projekte an:

Die CO₂-Bilanz wird durch einen Dienstleister ermittelt, um überhaupt einen Ansatz zur weiteren Reduzierung der Emissionen zu bekommen. „Wir brauchen eine Grundlage“, sagt Driscoll. 2022 wird sie nun geschaffen.

  1. Die Anzahl der Diesel-Generatoren wurde reduziert, indem mehr Freiflächen statt Zelte mit Klimaanlage installiert wurden.
  2. Ticketing und alle Informationen laufen digital ab, um Papiermüll zu vermeiden.
  3. Die Beleuchtungsquellen wurden ausgetauscht, Teile davon werden durch Solarstrom bedient.
  4. Mehr als 500.000 Plastikbecher wurden durch Alubecher getauscht, sodass diese von den Fans nach Hause mitgenommen werden können.
  5. Die USGA kauft Renewable Energy Credits, um den verbleibenden CO₂-Fußabdruck zu vermindern.
  6. Im Rahmen des Urban Forest Climate Resiliency Master Plans der Stadt Brookline werden 122 Großbäume in der Stadt Brookline gepflanzt, nachdem es sich um die 122. US Open handelt.
  7. Mit Einnahmen aus der US Open wird der Lost Pond Trail der Stadt Brookline wiederhergestellt. Der Naturpfad ist zugewachsen und erodiert und kann von den Bewohnern Brooklines kaum noch genutzt werden.
  8. Der Robert T. Lynch Municipal Golf Course, welcher der Stadt Brookline gehört, erhält durch ein Umweltprojekt auf einer Ausgleichsfläche eine ökologische Aufwertung.

Inwieweit neben all‘ dem medialen Getöse um die LIV Golf-Serie und Phil Mickelson am Ende etwas Aufmerksamkeit für die Bemühungen der USGA bleibt, ist die große Frage. Für die USGA ändert das nichts an der Notwendigkeit der Maßnahmen.