GC Freudenstadt will Artenvielfalt weiter fördern

Der GC Freudenstadt setzt auch in Zukunft auf das Projekt Lebensraum Golfplatz als eine der Säulen seines Erfolges. „Die Natur ist auf dieser Golfanlage natürlich mit das größte Pfund“, resümiert Präsidentin Gisela Gaiser. Auch deshalb nimmt der Golfclub, der 1929 gegründet wurde und damit zu den ältesten im Baden-Württembergischen Golfverband gehört, sowohl am Projekt Golf & Natur des Deutschen Golf Verbandes als auch an „Lebensraum Golfplatz“ des Golfverbandes Baden-Württemberg teil. Bei letzterem unterhält der Golfverband auch eine Kooperation mit dem Umweltministerium des Landes. Ziel der Zusammenarbeit ist die nachhaltige Förderung der Artenvielfalt.

Hohe Vernetzung von Lebensräumen

Golfanlagen können mit ihren großen zusammenhängenden Ausgleichsflächen für die Vernetzung wichtiger Lebensräume von Tieren und Pflanzen sorgen. Selbst bei einer für einen 18-Löcher-Golfplatz eher übersichtlichen Größe wie den 40 Hektar in Freudenstadt finden sich zahlreiche unterschiedliche Lebensräume. „Wir haben Totholzareale geschaffen, Insektenhotels aufgestellt, Bienenvölker auf dem Platz, drei Teiche und einige Biotopflächen, die überhaupt nicht betreten werden dürfen,“ zählt Gisela Gaiser auf.  Außerdem wurden in den vergangenen Jahren diverse mehrjährige Blühwiesen angelegt. „Aufgrund der Tatsache, dass wir auf 700 Meter Höhe liegen, war die Auswahl der richtigen Saatmischung nicht so einfach“, stellt Platzwart Wolfgang Mäder fest. Hier konnte man mit Hilfe der Stadtgärtnerei Freudenstadt schließlich die passenden Samen finden.

Baumpflege und Wassermanagement

Dabei geht es gerade bei den Wasserflächen auch darum, diese vor Verbuschung zu schützen. „Die verschiedenen Wassergräben werden jedes Jahr fachgerecht von uns freigelegt“, weist Mäder auf jährlich wiederkehrende Platzarbeiten hin. Dabei stehe man stets in einem guten Kontakt zur Unteren Naturschutzbehörde, resümiert auch Gisela Gaiser, die auf die zahlreichen Aufgaben des Golfclubs im Zuge der Baumpflege verweist. „Wir werden diesen Herbst 21 Bäume neu pflanzen, nachdem wir andere aus Sicherheitsgründen fällen mussten.“ Dabei wird die Baumauswahl so getroffen, dass den Herausforderungen des Klimawandels begegnet werden könne.

Schließlich hat die Golfanlage im extrem trockenen Sommer 2022 schon an den Birken des Golfplatzes registriert, wie stark manche Pflanzen mit dem geringen Wasservorkommen gekämpft haben. Der Golfplatz hat nach den Aussagen der Vorstandsmitglieder erkennbar unter der Dürre gelitten. „Wir beregnen unsere Fairways ohnehin nicht und setzen das Wasser nur für die Grüns und Abschläge ein“, stellt Gaiser fest. Außerdem hat man auf der Golfanlage damit begonnen, ältere Regner nach und nach durch moderne Modelle zu ersetzen, was ebenfalls zum Wassersparen beitragt. Nachhaltiges Wassermanagement, so die Losung im GC Freudenstadt, sei zweifellos eine Aufgabe, der sich jede Golfanlage stellen müsse.

Immerhin haben sich die meisten Dürreschäden auf den Fairways inzwischen wieder erholt. Die letzten Wochen der Saison können also voll genützt werden. Gerade im Herbst punktet die Anlage mit ihrem enormen Baumbestand. Dann wird der Lebensraum Golfplatz in seiner Farbvielfalt erlebbar.