Tomorrow Golf setzt auf Nachhaltigkeit beim Golfball

Mit dem Start-up Tomorrow Golf wagen sich die beiden Österreicher Raphael Blasi und Lukas Peherstorfer in einen schwierigen Markt. Sie bieten Golfbälle an, die einen deutlich nachhaltigeren Anspruch erfüllen sollen als die ansonsten derzeit auf dem Markt erhältlichen Bälle. „Die Menschen legen immer mehr Wert auf nachhaltige Produkte“, erläutert Lukas, „wir haben gesehen, dass es da noch einen Slot gibt.“

Produktion in Europa

Dabei setzen die beiden Hobbygolfer, die ansonsten beruflich im Bankwesen und Online-Marketing aktiv sind, zusammen mit einem spanischen Golfballproduzenten das Recycling von Bällen um. Bei Bällen, die von Tauchern aus Gewässern gesammelt werden, werden Außenschicht und Kern getrennt, die Massen pulverisiert und dann zu neuen Kernen verarbeitet. Anschließend wird eine neue Außenschicht hinzugefügt. „Auf diese Weise sparen wir rund 39 Gramm neuen synthetischen Kautschuk pro Ball. Das sind fast 90% des Gewichts eines Golfballs“, resümieren die Gründer.

Damit unterscheiden sich die Tomorrow-Bälle auch von den üblichen getauchten Bällen auf dem Markt, die unter dem Begriff Lakeball in der Golfszene bekannt sind. Hier wird der Ball in der Regel nur aufbereitet und zum Beispiel neu lackiert.

Plastikfreie Verpackung und CO²-Ausgleich beim Versand

Neue Wege beschreiten die Österreicher daneben in Sachen Verpackung: Diese besteht zu 65 Prozent aus Graspapier und zu 35 Prozent aus Pappe. „Die Verpackung ist komplett plastikfrei, und das ist uns auch extrem wichtig“, resümiert Lukas Pehersdorfer. Auch das Verpackband ist aus Papier. Der Versand wird CO²-neutral über die österreichische Post abgewickelt. „Wir berechnen bei jedem Versand in Europa die CO²-Emissionen und gleichen diese dann über ein zertifiziertes Projekt in Kolumbien aus.“

Spieleigenschaften des klassischen 2-piece-Balles

Bleibt die Frage nach der Spielbarkeit der recycelten Bälle? „Der Zertifizierungsprozess, den man bei der USGA oder dem R&A durchgehen kann, ist extrem teuer“, erklärt Peherstorfer. „Nachdem wir ein sehr junges Unternehmen sind und die Bälle erst seit einigen Monaten verkaufen, haben wir darauf erst einmal verzichtet. Natürlich entsprechen unsere Bälle aber den Regeln, die von USGA und R&A angelegt werden und sind deshalb problemlos für alle Amateure einsetzbar.“ Der Tomorrow-Ball entspricht nach Aussagen der beiden Eigentümern einem klassischen 2-Piece-Ball, der für die Masse der Golfer gut einsetzbar ist.

Entstanden ist die Idee zu nachhaltig produzierten Golfbällen während der Corona-Krise. „Da hatten wir einfach mehr Zeit für solche Ideen“, resümiert Lukas Peherstorfer. Der Onlineshop für die Bälle eröffnete dann im August 2021. Seitdem sind die Start-up Inhaber im Ballfieber.