Rund um die Welt: CO2-Ausgleich für Profis

CO2-Ausgleich bei Golfturnieren – kein neuer Gedanke. Schon bei der Waste Management Open in Scottsdale Arizona wurde der Reiseaufwand der Spieler ausgeglichen. In Europa allerdings war das Thema bis dato nicht existent.

Die schottische Aberdeen Asset Management Group, die in diesem Jahr sowohl die Scottish Open der Damen als auch jene der Herren als Titelsponsor begleitete, hat nun erstmals einen Co2-Ausgleich für den kompletten Reiseaufwand der Spieler/innen und Caddies vorgenommen.

Wie funktioniert’s? „Alle Flüge, die von Spielern und Caddies für das Event gebucht wurden, ließen sich nach der in Großbritannien üblichen DEFRA Methode kalkulieren, die wir auch für unsere normalen Geschäftsabläufe des Unternehmens nützen“, erklärt Robin Spring, bei ASI für Sponsorship und Kommunikation zuständig. „Spieler und Caddies meldeten uns jeweils ihre Reisestrecke.“ Minjee Lee zum Beispiel reiste wie zahlreiche andere Spielerinnen aus den USA an.

Die DEFRA Methode unterscheidet zwischen inländischen und internationalen Flügen sowie unterschiedlichen Buchungsklassen. Daraus errechnen sich dann sogenannte CO2e Credits, die ausgeglichen werden müssen. In diesem Fall entschied sich Aberdeen Standard Investments für die Zusammenarbeit mit Climate Care und den Ausgleich durch Zahlungen an das Gola Regenwald-Projekt, nachdem es den VCS Stand erfüllt (Verified Carvon Standard) und auch dem CCB Standard gerecht wird (Climate, Community, Biodiversity).

Für die Scottish Open der Damen wurden umgerechnet 500 (tCO2e) Credits ermittelt, wobei Spring darauf hinweist, dass vor allem die britischen und irischen Spielerinnen weitgehend mit dem Auto anreisten. Ein CO2 Credit entspricht dabei der Einsparung von 1 Tonne CO2 Äquivalent. Bei den Herren, die an der Aberdeen Standard Investments teilnahmen, fiel die Initiative auf ausgesprochen positives Feedback.

Das Kyoto-Abkommen ermöglicht, durch Erwerb und Stilllegung eines CO2 Zertifikates (ein Credit)  eine Tonne CO2 auszugleichen, die an anderer Stelle emittiert wird.

Dies ist immer dann sinnvoll, wenn sich die Emissionen anderweitig nicht hätten vermeiden oder reduzieren lassen und das Klimaschutzprojekt ohne die Erlöse aus dem Verkauf der Zertifikate nicht hätte realisiert werden können. Nachdem professionelle Golfer nicht auf ihre Reisen verzichten können, ist der CO2 Ausgleich der Flüge grundsätzlich sinnvoll.

Climate Care ist einer der größten Anbieter von Projekten und Aktionen zum CO2 Ausgleich. Das Gola Rainforest Projekt in Sierra Leone betrifft einen 70.000 Hektar großen Park mit einer genauso großen Pufferzone, der mit seiner extrem hohen Biodiversität überzeugt. Langfristiges Ziel ist eine nachhaltige Bewirtschaftung durch die Bewohner der Ortschaften innerhalb und am Rande des Parks. 2018 wurde das Programm mit dem  „Environmental Care Award“ von „Shout Climate Change Africa“ ausgezeichnet.

Photo by R&A – Handout by R&A via Getty Images