Österreichs Greenkeeper diskutieren Zukunftsfragen

Das Thema Wassermanagement stand im Mittelpunkt der Jahrestagung der Austrian Greenkeeper Association Mitte November im Schladming. „Diese Punkte werden uns mit Sicherheit in den nächsten Jahren weiter intensiv beschäftigen“, erklärte Präsident Andreas Leutgeb, der von den Teilnehmern positives Feedback für die Themenauswahl erntete und ein rundum positives Fazit der Tagung zog.

Wie vielfältig das Thema zukunftsfähiges Wassermanagement tatsächlich ist, zeigten Sven Weinberger, Spezialist für Beregnungsanlagen, Bernd Leinauer, Professor an der New Mexico State University, Thomas Himmel, Golfplatzdesigner aus München, sowie Petra Himmel, Gründerin von Golf Sustainable. Sven Weinberger lieferte im Rahmen seiner zwei Vorträge konkrete Ansätze für die bessere Nutzung der Beregnungsanlagen vor Ort. Unter anderem zeigte er anschaulich, dass eine Dreifach-Anordnung von Regnern deutlich wassersparend arbeitet als eine Vierer-Konstellation. Weinbergers Rat an die österreichischen Greenkeeper war dabei klar: Die Auseinandersetzung mit Details im Beregnungssystem des Golfplatzes ist aufwändig, lohnt sich aber.

Speicherteich nicht isoliert betrachten

Für Thomas Himmel, der vor allem die Konsequenzen von Wettextremen wie Dürre oder Starkregen auf das Design der Golfanlagen beleuchtete, ist klar, dass das Thema Wassermanagement immer im Gesamtverbund mit Spielzweck und Spielstrategie gesehen werden muss. „Wer heute einen Speicherteich baut, sollte den Aushub sofort nützen, um damit Verbesserungen auf der Anlage zum Beispiel bei Abschlägen oder Grüns durchzuführen.“ Außerdem, so seine Empfehlung, müsse im Hinblick auf zunehmende Starkregenfälle auch ein kritischer Blick auf Teile des Golfplatzes geworfen werden, die erkennbar falsch Wasser ableiteten, zu niedrig gebaut oder unpassend designed seien. „Außerdem sollte man die Niederschläge idealerweise auffangen und zum Beispiel in einen Speicherteich ableiten, um so Autarkie bei der Wasserversorgung zu erreichen“, stellte er fest.

Wie fortgeschritten die Diskussion um neue Methoden des Wassersparens bereits in Teilen der USA ist, machte Bernd Leinauer klar, der eine Professur für Pflanzenforschung in New Mexico innehat. „In Teilen der USA ist die Wasserrechnung inzwischen der größte Kostenfaktor von Golfanlagen.“ Die genaue Analyse von Gräsern sei eine Konsequenz. Dem Trend zur reinen Verwendung von Festuca als wassersparendes Allheilmittel erteilte Leinauer in diesem Zuge eine Absage. „Unsere Empfehlung ist ganz klar die Wiesenrispe“, fasste er die Ergebnisse einer Studie zusammen, die unter anderem auch Festuca-Gräser umfasste und deren Performance an trockenen Standorten analysierte.

Das Sammeln wissenschaftlicher Daten und die entsprechenden Ergebnisse müssen am Ende dem Golfer kommuniziert werden, um diesen auf die Herausforderungen und Änderungen einzustellen, die sich durch den Klimawandel ergeben. Diese Botschaft gab die Nachhaltigkeits-Expertin Petra Himmel den Greenkeepern mit. „Ihre Position im Club ist dabei zentral, weil Sie täglich mit dem Golfplatz und dem Wetter zu tun haben“, stellte sie fest. „Nutzen Sie Ihr Wissen, um den Golfer bei dem Thema Klimawandel mitzunehmen. Für die Zukunft der Golfanlagen ist das durchaus entscheidend.“