Kein Lärm und gute Umweltbilanz: E-Mäher liegen im Trend

Das E-Fahrzeug in der Garage, die Ladebox an der Wand, die Kosten, der Nutzen, die CO2-Rechnung – E-Mobilität ist eines der großen Trendthemen des Jahres. Eines, das man übrigens auch auf deutschen Golfanlagen verfolgen kann, weil auch hier die Installation von Ladestationen immer üblicher wird.

Auf den zweiten Blick ist das Thema E-Mobility im Golf aber vor allem im Segment des Greenkeepings Gesprächsstoff: Wer benutzt E-Mäher und vor allem in welchem Bereich? „Elektro-Mäher für die Grüns haben wir schon seit Jahren“, resümiert Horst Schubert, Vorstand der G&CC Seddiner See AG. Auch im Golf-Resort Öschberghof in Donaueschingen setzt Course-Manager Heiko Hildebrandt seit Jahren auf Elektromobilität, sowohl bei den kleinen Grünmähern wie auch bei Nutzfahrzeugen und zum Teil bei Fairwaymähern. Im Münchener GC hat man sich für die Neun-Löcher-Anlage Thalkirchen inzwischen ebenfalls zwei E-Handmäher angeschafft.

Mäh-Qualität der Grüns verbessert sich

Die Bilanz der Verantwortlichen fällt überall sehr positiv aus: „Die Qualität unserer Grüns hat sich deutlich verbessert“, resümiert Geschäftsführer Michael Sälzler vom MGC. „Absolut zufrieden“, stellt auch Hildebrandt fest, „super Reichweite, kein Lärm und eine positive Umweltbilanz.“

Womit die Erklärung für den Kauf der Geräte schnell geklärt ist: „Wir haben uns aus zwei Gründen für die E-Mäher auf Grüns entschieden – Lärm und weniger Treibstoffverbrauch“, bringt es Horst Schubert auf den Punkt. Allein des Umweltgedankens wegen investiert aber wohl keine Anlage in E-Mäher. Vielmehr ist es der Lärmaspekt, der zunehmend zum Kaufantrieb wird.

Am Öschberghof als Resort mit Hotelbetrieb will niemand Gäste mit dem hohen Geräuschpegel der Mäher verschrecken. Die Anlage Thalkirchen des Münchener GC liegt extrem stadtnah, Lärmbelästigung durch Grünmäher ist ein permanentes Diskussionsthema. Der E-Mäher ist hier als Lösung perfekt, zumal laut Aussagen von Michael Mörder, Gesamtvertriebsleiter bei Toro, der Spritverbrauch um etwa 30 Prozent reduziert werden kann. Wobei noch positiv hinzukommt, dass E-Mäher auch keine Schäden der Grüns durch Treibstoffverlust oder Öl veranlassen. Und: Die Technik der Mäher erlaube die individuelle Ansteuerung von Spindeln und Rädern, was am Ende auch zu einer besseren Mähqualität führe.

„Die Resonanz im Markt ist insgesamt sehr positiv“, stellt Mörder denn auch für Toro zumindest für die Grünmäher fest. „Wir gehen davon aus, dass 2021 20 Prozent unserer Grünmäher mit E-Antrieb verkauft werden.“ Dabei spielt der Einsatz von Lithium-Ionen-Batterien eine wesentliche Rolle, auch im Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit. Sie sind zwar in der Anschaffung vergleichsweise teuer, halten dafür aber sehr lange.“

E-Mobility und Stromerzeugung auf der Golf-Anlage

Wer die Umweltbilanz von E-Mähern im Blick hat, muss über Strom sprechen. Im Idealfall ist ein geschlossener Kreislauf gegeben – Photovoltaik-Anlagen oder kleine Blockkraftwerke stellen den Strom her, der dann innerhalb der Golfanlage wieder benützt wird. Sowohl am Öschberghof als auch im G&CC Seddiner See ist man im Bereich der Stromproduktion auch selbst aktiv, stellt aber fest, dass der gesamte Betrieb der Golfanlage darüber bei weitem nicht gedeckt werden kann. Der Strom für die Mäher macht dabei im Verhältnis ohnehin nur einen kleinen Teil aus.

Fazit: Das Thema E-Mobilität nimmt auch im Golfplatzbereich an Fahrt auf. Anders als im klassischen Bereich der Autos für jedermann, sind hier die Themen Nachhaltigkeit und Umweltbilanz aber nur ein Aspekt bei der Kaufentscheidung. Dass E-Mäher im Golfbereich auf Dauer vor allem auf den Grüns erste Wahl sein dürften, ist aber absehbar.

Mehr Infos zum Thema Treibstoffeinsparung am Golfplatz gibt es hier