Weg vom Grundwasser hin zum Brauchwasser: Im Evian Golf Resort ist man seit dem 8. Juli komplett autark, was das Thema Wassermanagement anbelangt. Durch eine Kooperation mit dem Danone-Abfüllwerk von Evian wird behandeltes Industriewasser über eine fünf Kilometer lange Rohrleitung zur Golf Academy und zum Golfresort gepumpt und dort für die Bewässerung verwendet. „Vor 18 Monaten haben wir diese Entscheidung getroffen“, erklärt Franck Riboud, Ehrenpräsident der Danone Gruppe, zu der auch das Evian Golf Resort gehört. „Wir wollten Freiheit und jetzt haben wir sie.“ Wenn Riboud von Freiheit spricht, meint er die zunehmend härter werdenden französischen Regelungen bei der Verwendung von Grundwasser für die Beregnung von Sportplätzen. Durch die Installation eines völlig geschlossenen Kreislaufes, der die komplette Eigenversorgung für die Golfanlagen bedeutet, ist der Golfclub nicht mehr von staatlichen Regelungen abhängig.
„REUT“ heißt das Gesamtprojekt (Réutilisation des Eaux Usées Traitées). Es folgt einem einfachen Prinzip des Evian-Unternehmens-Standorts: reduzieren, optimieren, dann wiederverwenden. Auf dem Evian-Werksgelände konnte der Verbrauch von Industriewasser seit 2008 bereits um fast 50 % gesenkt werden. Um dies zu erreichen, modernisierte das Werk seine Rohrleitungen und Infrastrukturen, um Wasserverluste durch Lecks zu begrenzen. Zudem helfen Echtzeit-Daten und eine genaue Kartierung der Wasserzähler bei der optimalen Steuerung. Auch das Engagement der Mitarbeiter trägt Früchte: Auf ihren Vorschlag hin wurden in bestimmten Zonen automatische Wasserauslöser durch Fußpedale ersetzt, um den Wasserverbrauch weiter zu drosseln. Die Grünflächen des Werks werden ausschließlich nachts bewässert – und zwar mit Regenwasser, das von den Dächern aufgefangen wird.
Für den Golfclub bedeutet das: Das neue System der Wasserrückgewinnung kommt nun direkt dem Golfresort zugute, dessen Teiche nicht mehr mit Grundwasser befüllt werden. Bestandteil des zukunftsweisenden Wassermanagements ist allerdings nicht nur die Verwendung des Industriewassers, sondern auch das gezielte Auffangen von Regen- und Drainagewasser, das ebenfalls in die Teiche eingeleitet wird. Daneben wurde die Bewässerungsanlage umfassend modernisiert
Anstatt nach einem starren Zeitplan zu wässern, setzt das Evian Resort nun auf bedarfsgerechte Präzision: Die Installation einer eigenen Wetterstation sowie spezieller Bodensonden ermöglicht es den Greenkeepern, die Wasserzufuhr exakt an den tatsächlichen Bedarf der Böden anzupassen. Jeder Tropfen wird kalkuliert, um jegliche Art von Verschwendung zu vermeiden.
Nachsaatprogramm und mehr mechanische Pflege
Bereits im Jahr 2020 begann das Resort außerdem auf dem Akademie-Gelände mit der Nachsaat von widerstandsfähigeren und weniger wasserintensiven Gräsern. Seit knapp fünf Jahren wird dieses Nachsaatprogramm auch auf dem Hauptplatz umgesetzt. Ziel dieser Maßnahme ist es, gezielt Arten zu fördern, die den klimatischen Herausforderungen besser standhalten, während die hohe Spielqualität für die Golfer gewahrt bleibt.
Daneben hat das Greenkeeping-Team die mechanische Pflege der Golfanlagen deutlich nach oben geschraubt. Man setzt auf regelmäßige, vorbeugende Operationen wie Aerifizieren, Drainieren, Sanden und Vertikutieren. Dadurch nimmt der Boden Feuchtigkeit besser auf, was letztlich den Wasserverbrauch senkt und zudem für eine gleichbleibend hohe Qualität des Platzes sorgt.
Für die Teilnehmerinnen der Amundi Evian Championship, hat sich auf den ersten Blick seit dem Jahr 2025 nichts geändert. Die Teiche sehen aus wie früher, die Qualität der Spielflächen ist nachwievor erstklassig. Beim Thema Wassermanagement aber hat das Resort eine 180-Grad-Wende in Richtung Autarkie und Resilienz gemacht. Das Thema Wasserknappheit betrifft das Evian Resort seit dem 8. Juli nicht mehr.
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