Lebensraum in luftiger Höhe

Kleine Flächen sinnvoll nützen – das gelingt Golfanlagen auch beim Thema Dachbegrünung. „Wir haben sogar den Eisvogel auf den Dächern unserer kleinen Hütten und einigen der Driving Range-Gebäude“, erklärt Dieter Worms, Begründer der Golfanlage Gut Apeldör in Schleswig-Holstein begeistert. In Gut Apeldör  setzt man beim Neubau von kleineren Bauten oder Hütten auf die Begrünung der Dächer mit unterschiedlichsten Vegetationsformen – je nach Standort.

Dauerhafte Nahrung während der Saison

Egal ob Kräuterdach, Gräser oder sogar eine kleine Blumenauswahl – die Vögel lassen sich nach Ansicht von Experten von der Höhe der ungewöhnlichen Lebensräume nicht abhalten. Im Gegenteil: Begrünte Dachflächen können sie gut anfliegen. Auf den Dächern finden sie nicht nur Samen, Pflanzen oder Beeren, sondern eben auch Spinnen, andere Insekten oder Kleinstlebewesen jeder Art. Idealerweise ist die Dachbegrünung so gehalten, dass über die ganze Saison hinweg verteilt blühende und damit Insekten anziehende Pflanzen auf den Dächern sind.

Auf Golfanlagen findet man Dachbegrünungen immer häufiger. Im GC Großensee, wie der GC Apeldör in Schleswig-Holstein gelegen, hat man auf dem kompletten Dach der Driving Range-Hütte für einen Lebensraum gesorgt. Im GC Wörthsee in Oberbayern ziert das neue Stadl, wie es auf Bayerisch heißt, nun ebenfalls ein grünes Dach. „Bei der Planung war klar, dass wir das gleich mit angehen“, erklärt Rupert Fischer, der für den Neubau des Gebäudes im Vorstand zuständig war. Der oberbayerische Golfclub, der ebenso wie der GC Großensee schon mehrfach beim Programm Golf & Natur des DGV mit Gold ausgezeichnet wurde, ist bekannt für seine zahlreichen Projekte zur Förderung der Artenvielfalt. Falls die Flächen am Boden ausgeschöpft scheinen, so beweisen die Golfanlagen Großensee, Apeldör und Wörthsee, ist eben noch auf den Dächern Platz.

Einfache Installation mit Matten

Die Installation der Dachbegrünung erfolgt in den meisten Fällen über sogenannte Vegetationsmatten. Sie bestehen in der Regel aus einer Trägerschicht mit Kokosgewebe oder Vlies, auf die dann eine Substratschicht mit verwurzelten Pflanzen aufgebracht wird. Dächer mit Begrünung erfordern allerdings zirka ein bis zweimal im Jahr einen kurzen Pflegegang. Hier werden dann Unkräuter oder unerwünschte Pflanzen entfernt. Außerdem wird die Dachbegrünung mit Langzeitdünger (kein Blaukorn) versorgt.

Im besten Fall fühlen sich die Vögel so wohl, dass sie die Dachflächen sogar zum Brüten nützen. Auch das kommt durchaus vor, allerdings sollte die Dachneigung nicht mehr als 15 Grad betragen. Wer Glück hat, kann dann auch Stockenten, Flussregenpfeiffer, Haubenlerchen oder Kibitze beim Brüten auf dem Dach beobachten. Beim Training von der Driving Range ist das auf jeden Fall ein Ausblick mit Abwechslung.