Indisches Springkraut – raus mit der invasiven Art

Impatiens Glandulifera wirkt auf den ersten Blick gar nicht hässlich. Große Blüten in Lila, attraktive Blätter – das Indische ist eine durchaus auffällige Pflanze, die inzwischen auf vielen Golfplätzen in ganzen Büschen steht. Genau das ist das Problem: Die Pflanze, manchmal auch Bauernorchidee genannt, gilt als sogenannte invasive Art, die sich im deutschsprachigen Raum breit gemacht hat und sich so schnell und stark vermehrt, dass sie heimische Arten verdrängt. Sie stößt deshalb bei Naturschutzbehörden und Greenkeepern auf keine große Gegenliebe. Die Empfehlung von Fachleuten bei Behörden und Umweltverbänden lautet: Konstante Verdrängung und Entfernung ist angesagt – auch auf dem Golfplatz.

„Das ist zweifellos ein Problem auf den Golfplätzen“, stellt Dr. Gunther Hardt fest, der in Deutschland den Biodiversitäts-Ausschuss des Golfverbandes leitet. „Die Imker finden das Springkraut auf den Golfplätzen zwar oft positiv, die Golfer mögen es auch, aber die Naturschutzbehörden sehen es überhaupt nicht gerne, weil es extrem aggressiv ist.“ Das Springkraut erweist sich allerdings als hartnäckig und sehr beständig, weil es sich in Kontinentaleuropa ausgesprochen schnell und effektiv ausbreitet, obwohl es ursprünglich aus dem westlichen Himalaya stammt. Eine Pflanze kann nämlich bis zu 4000 Samen entwickeln, die sie bis zu sieben Meter weit streuen kann. Und: Die Samen sind sechs bis acht Jahre keimfähig.

Einfaches Ausreißen ist kein Problem

Dabei ist die Entfernung des Springkrautes erst einmal nicht schwierig: Die Pflanzen, die bis zu 1,50 Meter hoch werden und daumendicke Stengel haben, lassen sich sehr leicht aus dem Boden ziehen. Das passiert im Idealfall, bevor die Pflanze anfängt, zu blühen. Die Naturschutzbehörden empfehlen aber, am Ball zu bleiben und Springkrautpflanzen bis in den Herbst entweder auf Bodenhöhe abzumähen oder eben komplett zu entfernen.

Aufgrund der zum Teil großen Springkrautmengen auf Golfplätzen werden Greenkeeper der Pflanze allerdings oftmals nicht mehr Herr. Diese verdrängt dann einheimische Arten vor allem an feuchten Wald-, Busch- und Wegrändern. „Mitgliederaktionen wären hier sehr hilfreich“, stellt Hardt fest. Eine Halb-Tages-Aktion könne hier bereits viel bringen.

Entsorgung beachten

Wichtig ist nur die Entsorgung der gezogenen Pflanzen: Einfaches Lagern an einer Stelle des Golfplatzes ist kein Problem. Dann verteilt sich der Samen über den Wind. Verbrennen ist eine Option, klassische Entsorgung, die dann allerdings in den meisten Fällen Gebühren kostet, ist die zweite Alternative. Auch hier lautet der Rat von Hardt: „Am besten bei der Unteren Naturschutzbehörde anrufen und nachfragen, welche Art der Entsorgung sie vorschlägt.“

Wer den Kampf mit dem Springkraut nicht frühzeitig aufnimmt, unterliegt übrigens schnell. Dann sind nach wenigen Jahren ganze Bereiche des Platzes an Heckenrändern, in Ufer- und Bachbereichen von den großen Pflanzen durchzogen. So schön die lila Blüte dann sein mag: Die Vielfalt der Bepflanzung eines Golfplatzes geht damit verloren.