GC Husumer Bucht: Golfspiel ganz vom Wind gelenkt

Ruhige Abendstimmung liegt eigentlich nur selten über dem Golfplatz des GC Husumer Bucht:  „Storm Course“ heißt er, basierend auf dem berühmten Husumer Schriftsteller Theodor Storm. Aber irgendwie fühlt man sich auch an das englische Wort „storm“ für Sturm erinnert, wenn man über den Charakter dieser Golfanlage spricht: „Klimatechnisch ist das hier eine Herausforderung in der Pflege“, kommentiert Head-Greenkeeper Marten Schurig die Lage in der Nähe der See. „Durch den ständigen Wind kämpfen wir hier immer mit Austrocknungen.“ Eines steht fest: Im GC Husumer Bucht gleicht vieles Golfanlagen britischen Stils. Die Platzstrategie jedenfalls sieht auf jeden Fall einen flachen Ballflug vor und eine lange Ausrollphase des Balles.

Golf & Natur in Silber anvisiert

Der GC Husumer Bucht gehört zu den Einsteigern im Bereich des Programmes „Golf & Natur“ des Deutschen Golf Verbandes. 2020 schloss man die erste Zertifizierungsphase mit Bronze ab, jetzt hat man sich die Silber-Zertifizierung zum Ziel gesetzt. Angesichts der üppigen Anpflanzungen auf dem insgesamt 74 Hektar großen Gelände ist die Golfanlage für Programme zum Thema Förderung der Biodiversität prädestiniert. 40.000 Bäume und Sträucher wurden seit den ersten Plänen für den Bau des Platzes 1987 gepflanzt. Heimische Streuobstbäume finden sich zwischen den Bahnen. Die typischen norddeutschen Knicks, von Vögeln gerne genützt, gibt es hier reichlich. Sieben Hektar Wald hat der Golfclub insgesamt angelegt. Eisvogel und Waldschnepfe haben sich niedergelassen. Wer eine Runde auf dem flachen Golfplatz dreht und versucht seinen Ball auf den durchaus schmalen Bahnen bei kräftigem Wind im Spiel zu halten, ist gefordert.

Aber auch das erinnert eben an Plätze in Großbritannien: Das Spiel wird von der Natur gelenkt. An einem feuchten, windstillen Tag spielen sich die Bahnen vergleichsweise einfach. An einem stürmischen Tag und bei trockenem Boden scheint es beinahe unmöglich, den Ball auf eines der kleinen Grüns zu manövrieren.

Für den Greenkeeper Marten Schurig bietet die Anlage nicht viel Luxus: Die Beregnungsanlage genügt den Basis-Ansprüchen, weshalb Schurigs Herangehensweise an das Thema Wassermanagement relativ einfach ist. „Fairwaybewässerung ist hier kein Thema. Wir kommen mit wenig Wasser für Grüns und Abschläge aus.“

Das Programm Golf & Natur, so Nico Nissen, beim Golfverband Schleswig-Holstein für die Organisation zuständig, könne gerade bei kleineren Anlagen wie dem GC Husumer Bucht dazu beitragen, wichtige Qualitätsmanagement-Aufgaben zu priorisieren. Grundlagen-Projekte wie ein ordentlicher Arbeitsplatz, gute Storm- und Wasserversorgung sowie die Instandhaltung von Maschinen sind schließlich genauso Teil von Golf & Natur wie Maßnahmen zur Förderung des Umweltschutzes. Clubmanager Florian Fleischmann sieht das genauso: „Für uns als Golfanlage ist das Thema Umwelt- und Naturschutz wichtig, weil es immer mehr an Bedeutung gewinnt.“

Trockenphasen nehmen zu

Schließlich hat man auch hier immer mehr mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen: „Das Frühjahr fehlt uns inzwischen komplett“, hat Schurig festgestellt. „Inzwischen spielen wir hier bis in den November hinein vorgabenwirksam. Und im Frühjahr erfolgt der Übergang von Kälte zu Trockenphase ohne Abstufungen.“ Schurig ist seit 15 Jahren hier auf der Anlage, eigentlich stammt er aus Sachsen. Aber er hat den hohen Norden schätzen gelernt – Sturm inklusive.