Naturdenkmal beim GC Ulm bleibt eine Besonderheit

Sie ist klein, sie ist unauffällig – aber sie ist besonders. Jenseits der Bahn zwei auf der Anlage des GC Ulm fällt die kleinere Feuchtwiese dieser Tage eigentlich optisch kaum auf – dabei findet sich hier ein Naturdenkmal. Die Rede ist von der seltenen Sibirischen Schwertlilie (Iris sibirica), die hier schon vor dem Bau des Golfplatzes im Jahr 1963/64 zu finden war. Das Untere Illertal mit seinen Wasserläufen und kleinen Teichen gab für Orchideen an vielen Orten einen perfekten Lebensraum ab.
Zum Schutz der seltenen Schwertlilienart wurden die Golflöcher des Golfplatzes in Ulm, der im Rahmen des Programmes Golf & Natur mit Gold zertifiziert ist, nicht nur um das Feuchtgebiet und die benachbarten Magerrasenflächen gebaut, der Schutz des Geländes ist seitdem für die Greenkeeper wesentlich. Dabei hält sich der Aufwand eigentlich in Grenzen: „Wir mähen hier maximal einmal im Jahr“, erklärt Greenkeeper Thomas Ströbele, der sich noch erinnern kann, dass das Gebiet der Schwertlilien vor Jahren zum Schutz sogar eingezäunt wurde. „Inzwischen ist das überhaupt nicht mehr nötig, weil die Golfer des Clubs wissen, wie selten das Gelände ist und auch sehr stolz darauf sind.“

Feuchtfläche trifft auf Magerrasen
Ungewöhnlich ist an dieser Stelle vor allem auch das Aufeinandertreffen der Feuchtfläche mit dem Magerrasengebiet, auf dem sich auch die Pflanze Großer Wiesenknopf findet, die wiederum sowohl vom Dunklen als auch dem stark gefährdeten Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling angeflogen wird.
Der Schmetterling ist eine Rote Liste-Art und hat unter den örtlichen Golfern inzwischen ebenfalls einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht.
Für den Golfclub bedeutet das Aufeinandertreffen der trockenen wie feuchten Flächen hinter dem 18. Tee des Platzes – in Baden-Württemberg in dieser Form ein sehr seltener Fall – dass auf den Ausgleich zwischen den Bereichen geachtet werden muss. Vor allem die Ausbreitung von Schilf muss verhindert werden. Eine Aufgabe, bei der auch Ulrich Müller vom Regionalverband Donau-Iller des BUND sogar ab und an selbst tätig wird. „Das hier ist so eine Besonderheit, da schaue ich einfach immer wieder vorbei“, resümiert der Experte.
Mitten im Golfplatz findet sich mit der Iris sibirica damit ein Naturdenkmal, das 2018 nach der Roten Liste Deutschland als Stufe 3 gefährdet klassifiziert wurde. Wer die Schwertlilie deshalb im Garten seines Nachbarn in voller Blüte sieht, sollte sich nicht zu der Annahme verleiten lassen, die Pflanze sei auch in freier Natur stark verbreitet. Dort braucht sie eben perfekte Standortbedingungen – so wie neben dem Fairway 2 im GC Ulm.

Das gemähte Schilf hinter dem 18. Damentee