MGC Teil des internationalen STERF-Projektes

Ein kleines Stück Land auf dem Gelände des Münchener Golf Club als  Bestandteil eines internationalen Projektes. Dessen Titel:  „From dense swards to biodiverse roughs.“ Gestartet wurde die wissenschaftliche Analyse 2017 in Skandinavien von STERF (Scandinavian Turngrass Environment Research Foundation) und mit Hilfe des Norwegian Institute of Bioeconomy Research umgesetzt.  Dabei ging es um die Frage, unter welchen Umstände sich die Biomasse auf einem Gelände am besten reduzieren lässt. Mit dabei sind die Länder Norwegen, Schweden, Dänemark und Deutschland. Die Reduzierung der Biomasse ist insofern wesentlich, als eine Erhöhung der Biodiversität, also des Vorkommens von Pflanzen und Tieren, auf Golfplätzen und Grünflächen damit in Zusammenhang gesetzt werden kann. Ein Beispiel: Die Artenvielfalt wird durch eine Magerrasenwiese deutlich mehr gefördert als durch klassisches fettes Rough.

Analyse in Strasslach und Norwegen

Die Verhältnisse des Münchener GC wurden dabei in Relation gesetzt zu sechs ausgewählten Arealen in Norwegen, zu denen unter anderem auch der Oslo Golf Club, die Oslo University Blindern und das Royal Castle in Oslo gehörten.  Ziel der Bachelorarbeit an der TU München, verfasst von Krishna Cholleti, war es dabei, herauszufinden, ob Faktoren wie Wetter oder Bodenbeschaffenheiten für die Entwicklung der Biomasse entscheidend sind oder die Behandlung des Geländes. Die ökologische Biomasse eines Stück Golfplatzes beschreibt dabei die Gesamtmasse der in diesem Lebensraum vorkommenden Lebewesen und Pflanzen.

Geprüft wurden verschiedene Varianten:

  • Zweimalige Mahd pro Jahr (Schlegelmäher), Schnittgut wird nicht entfernt.
  • Zweimalige Mahd pro Jahr (Mähbalken), Mähgut wird nach der ersten Mahd sofort entfernt, nach der zweiten Mahd für eine Woche zum Trocknen liegengelassen.
  • Einmalige Mahd Ende August, Mähgut wird nach einer Woche entfernt. Der Boden wird aufgeraut und Sägespäne verteilt (Verbesserte Kohlenstoff-Bilanz).
  • Einmalige Mahd Ende August, Mähgut wird nach einer Woche entfernt. Statt Sägespänen wird Samen des Kleinen Klappertopfs verteilt.
  • Einmalige Mahd pro Jahr mit Entfernung des Mähgutes.

Führen standardisierte Methoden tatsächlich auch überall zu gleichen Ergebnissen? Lässt sich deshalb womöglich die Biodiversität eines Geländes vergleichsweise einfach dadurch erhöhen, dass man mit einer optimierten Methode international auf Grünflächen und eben auch auf Golfplätzen die Biomasse reduziert und damit bessere Voraussetzungen schafft?

Krishna Cholleti kommt beim Vergleich der sechs Gelände zu folgendem Schluss: „Alles in allem hängt der Erfolg der Reduzierung der Biomasse extrem vom Gelände an sich, seiner Behandlung und den Jahren ab.“ Also: Wie verhält sich zum Beispiel das Klima in einer bestimmten Region.  Für das Analysestück auf dem Gelände des Münchener Golf Club, das zum Beispiel verglichen mit den anderen Flächen durch einen relativ hohen Anteil an organischem Kohlenstoff auffiel, waren während des Jahres 2019 vor allem eine starke Dürreperiode und Hitze wichtig.

Dabei gilt laut Cholleti generell, dass „die Quantität der Niederschläge, die Intervalle zwischen den Regenfällen und die jeweilige individuelle Ausprägung eines Niederschlags für die Entwicklung der Biomasse entscheidend sind.“

Der Golfplatz bleibt am Ende eben ein Stück Land, bei dem sich das Wachstum bestimmter Pflanzen oder eben auch der Roughflächen, nur schwer mit standardisierten Methoden bestimmen lässt. Zu groß sind die Einflüsse des Klimas und auch der jeweiligen Bodenstruktur. Trotzdem kommt die Bachelorarbeit beim Vergleich der verschwenden Behandlungsvarianten zu dem Ergebnis, „dass es einen Trend zur zweimaligen Mahd als effektivster Methode gibt.“

Golf trifft Wissenschaft

From dense swards to biodiverse roughs; A multiregional experiment on biomass reduction in Germany and Norway; Bachelorarbeit von Krishna Cholleti, TUM , Lehrstuhl für Renaturierungsökologie, Prof. Dr. Johannes Kollmann, 2020;