Land unter im Sunshine State
Es herrscht Land unter in Florida und der exklusive Privatclub Gulf Stream Golf Club in Delray Beach ist seit den letzten Oktober-Tagen eigentlich ein einziges großes Wasserhindernis. Ein klein wenig besser, aber ebenfalls nach reichlich Wasser sieht das Gelände des St. Andrews Country Club in Boca Raton aus, das die Lokalzeitung The Coastal Star am 27.10. veröffentlicht. Es ist wieder einmal King-Tide-Zeit: Eine Kombination aus Vollmond, starken Nordostwinden mit Böen von mehr als 48 km/h und hohem Wellengang ließ das Wasser an der Küste steigen.
Die Sache ist nur: Längst geht es in Florida nicht mehr allein um die King-Tides, sondern um deren Zusammenspiel mit dem stetig steigenden Meeresspiegel in Florida. Zusammengefasst ergibt sich daraus eine grundsätzliche Herausforderung für Golfanlagen in Küstennähe. Die US Golf Association wies schon 2015 in ihrem Beitrag King Tides: A Concern For Coastal Courses In The Southeast auf die Auswirkungen auf Fairways, Roughs, Bunker und Bewässerungssysteme hin.
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Salzschäden auf den Golfplätzen
King Tides sind besonders hohe Springtiden, die durch das Zusammenwirken der Gravitationskräfte von Sonne und Mond entstehen. In Südflorida treten sie vor allem im Herbst auf. Wind, Meeresströmungen und Wellen können die Wasserstände zusätzlich erhöhen. Für die Golfplätze haben die Überschwemmungen laut USGA ernste Konsequenzen: Salz kann sich im Boden anreichern und Schäden an der Grasnarbe verursachen. Oftmals dringt außerdem Salzwasser in die Bewässerungsreservoirs der Golfanlagen ein. Die erhöhte Salzkonzentration im Beregnungswasser beeinflusst Gräser, Büsche und Pflanzen negativ.
Plus 15 cm beim Meeresspiegel in Key West
Seit 2015 hat sich die Lage an Floridas Küsten obendrein stark verschärft, weil der Meeresspiegel kontinuierlich steigt. Allein am Pegel von Key West wurde zwischen 2000 und 2023 ein Anstieg von rund 15 Zentimetern gemessen. Die Folgen sind seit Tagen deutlich zu sehen: . Am 27. Oktober übertraf der Wasserstand am Lake Worth Pier nach Angaben des USA-TODAY-Netzwerks sogar den bisherigen Höchstwert von Hurrikan Nicole im Jahr 2022.
Längst geht es bei den Rekordwerten aber nicht mehr nur um überflutete Bunker und Fairways, sondern vor allem auch um die Wertentwicklung der Immobilien, die sich entlang der Fairways aufreihen. In Florida sind ein Großteil aller Golfanlagen mit Immobilien kombiniert. Laut einer Untersuchung von Realtor.com aus dem Jahr 2025 waren insgesamt Immobilien im Wert von 306,8 Milliarden Dollar von schwerem oder extremem Hochwasserrisiko im Großraum Miami–Fort Lauderdale–West Palm Beach betroffen. Das entsprach 23,2 Prozent des gesamten dortigen Immobilienwertes. Wie hoch daran der Prozentsatz an Golf-Immobilien war, wurde allerdings nicht ausgewiesen.
Der Sunshine State ist Flutgebiet
Wer mit dem Gedanken spielt, seinen Ruhestand in dieser Gegend in einer neu erworbenen Immobilie zu verbringen, sollte sich vorab die Ratschläge von citiesinsider.com, einem Informationsportal für Umzüge, zu Herzen nehmen.
In der Kurzübersicht für die Region Miami ist dort dieser Tage zu lesen:
- Die durchschnittliche Hochwasserversicherung kostet 1.611 US-Dollar pro Jahr.
- Die Stadt rechnet jährlich mit 30 oder mehr Hochwassertagen, vor allem während der Herbst-Sprengfluten.
Eine normale Hausratversicherung deckt keine Hochwasserschäden ab. Wenn Sie nach Miami ziehen, müssen Sie sich auf das Wasser einstellen. Die Stadt und die umliegenden Ortschaften haben es nicht nur mit gelegentlichen Hurrikanen zu tun; sie kämpfen täglich gegen den steigenden Meeresspiegel, den durchlässigen Boden und die überlastete Infrastruktur.
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Pestizideinträge ins Wasser befürchtet
Dass es dabei dann Einschränkungen beim Golfspiel gibt, ist erkennbar eines der geringsten Probleme der Anwohner. Wer sich die Kommentare unter den Social Media Posts zum Thema Überflutung auf dem Gulf Stream Golf Club neben dem Intracoastal Waterway ansieht, entdeckt reichlich Negativkommentare. Die größten Bedenken betreffen die Ausschwemmung von Pestiziden aus dem Golfplatzgelände ins Wasser des Intracoastal Waterways.
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