Sobald die Temperaturen die magische Grenze von fünf Grad knacken und der erste Frühlingsregen fällt, beginnt ein alljährliches Naturspektakel: die große Krötenwanderung. Tausende Erdkröten, Grasfrösche und Molche machen sich auf den Weg zurück zu ihren angestammten Laichgewässern. Dabei überqueren sie Wiesen, Wege – und leider auch vielbefahrene Straßen. Das gilt auch für all‘ jene Amphibien, die in Teichen auf Golfanlagen leben. Auch sie machen sich auf den Weg, der oft lebensgefährlich ist, weil die kleinen Tiere gegen Autos keine Chance haben. Ihr natürlicher Fluchtreflex heißt Stillhalten.
Doch auch wer das direkte Überfahren überlebt, ist nicht automatisch sicher. Der Strömungsdruck vorbeirasender Fahrzeuge kann selbst dann tödlich sein, wenn der Reifen das Tier gar nicht berührt. Eine Art unsichtbarer Schockwelle zerquetscht innerlich, was äußerlich unversehrt scheint. Deshalb greifen jedes Jahr viele Ehrenamtliche zur Taschenlampe und Eimer, um den Amphibien über die Straße zu helfen. Krötenzäune und Tunnelanlagen sorgen dafür, dass möglichst viele Tiere ihr Ziel lebend erreichen. Schilder bitten Autofahrer um Rücksicht.
NABU-Kooperation beim GC Domäne Niederreutin
Bestes Beispiel für gelungenen Krötenschutz ist die Golfanlage Domäne Niederreutin in Baden-Württemberg ,wo eine Kooperation mit dem NABU Mötzingen-Gaufelden dafür sorgt, dass das Thema mit der nötigen Expertise behandelt wird. „Wir sprechen hier von rund 1000 Kröten, die wir mit vielen freiwilligen Helfern über die Straße bringen“, resümiert Markus Bihler als Ortsvorsitzender erfreut. Die Tiere selbst wandern entlang eines festen Leisteneinsatzes entlang der Straße bis zu einem Krötentunnel, der bei der Errichtung vor 15 Jahren von den Behörden allerdings bedauerlicherweise mit einer zu kleinen Röhre versehen würde. Die Konsequenz: Der Krötentunnel wird nicht benützt, die Tiere müssen über die Straße transportiert werden.
„Interessant ist der Blick auf den Golfplatu für Amphibienkenner vor allem, wenn die Dunkelheit anbricht. Dann sieht der Golfplatz ganz anders aus“, stellt Bihler fest. Dann sind die Kröten und Grasfrösche von den drei Teichen der Golfanlage aus unterwegs. Was Bihler besonders beeindruckt: „Die Zahl der freiwilligen Helfer nimmt mit den Jahren zu. Autofahrer halten einfach an und bringen die Tiere über die Straße. Vor allem bei Jugendlichen sehen wir da zunehmendes Interesse.“