Streuobstwiese

Hofkammer.Golf fördert Streuobstanbau und Biodiversität

Egal ob Brettacher, Boskop oder Gewürzluiken: All‘ diese Obstbaumsorten sind auf Deutschlands Golfplätzen zu finden – für Golfer ist der Blick auf die blühenden Streuobstwiesen gerade im Frühjahr immer wieder ein optisches Highlight. Jetzt ist der Streuobstanbau in Deutschland von der Deutschen UNESCO-Kommission zum Immateriellen Kulturerbe erklärt worden. Den Antrag hatte der baden-württembergische Verein Hochstamm Deutschland bereits 2019 gestellt.

Begeisterung über die Entscheidung gibt es auch bei den Golfanlagen in Baden-Württemberg, die sich zum Teil ebenfalls sehr stark für den Erhalt und die Förderung der Streuobstkultur einsetzen. „Wir arbeiten auf unseren Anlagen mit den örtlichen Gartenbauvereinen zusammen und legen viel Wert darauf, dass wir gerade die lokalen Sorten fördern“, erklärt etwa Marc-Frederik Elsäßer, der die Gesamtleitung der Golfanlagen Schönbuch, Monrepos, Domäne Niederreutin und Schloß Liebenstein innehat. „In Schloss Monrepos zum Beispiel pflanzen wir nur Sorten aus dem Landkreis Ludwigburg an“, resümiert er die Bemühungen der Golfanlage, die Bestandteil der grünen Oase Monrepos ist. Das Obstbaum-Engagement soll dabei sogar noch weiter ausgebaut werden: Gedacht ist an ein Projekt zur Umweltbildung, das Wanderern auf dem Planetenweg die Streuobstkulturen näherbringt.

Obstbaumlehrpfad auf der Golfanlage Schönbuch

Ein entsprechendes Projekt hat man auf der Golfanlage Schönbuch bereits umgesetzt. Marcel Gallmayer, Geschäftsführer der Golfanlage, weist auf Lehrgänge zum Thema Erziehungs- und Erhaltungsschnitt bei Obstbäumen auf dem Golfplatz hin sowie den öffentlichen Obstbaumlehrpfad. Auf der insgesamt 125 Hektar großen Fläche der Golfanlage finden sich insgesamt 361 Obstbäume. „Zusammen mit den eigenen 13 Bienenvölkern auf dem Golfplatz entsteht so eine wertvolle Natursymbiose“, erklärt Gallmayer. Die Golfanlage Schönbuch, die im Zertifizierungsprogramm Golf & Natur des Deutschen Golf Verbandes mit Gold ausgezeichnet ist, hat mit dieser Form von Umweltbildung auch bei den Jugendlichen der Golfanlage und Schulklassen bereits viele Erfolge erzielt.

Streuobstwiesen zur Mitgliederbindung einsetzen

Wie stark sich Streuobstwiesen auch für die Golfanlagen selbst zur Mitgliederbindung einsetzen lassen, ist gut an den Aktivitäten des Golfclubs Domäne Niederreutin erkennbar. Hier pflegt das Greenkeeping-Team unter der Leitung von Josef Reiß neben rund 200 Apfelbäumen, 80 Birnen- und 50 Zwetschgenbäume. Ein Teil davon wird zu biozertifiziertem Apfelsaft verarbeitet und unter anderem an die Mitglieder verkauft. 2020 entstanden 600 Liter Saft aus zirka einer Tonne Äpfel. Dabei ist die Förderung der Streuobstbestände ebenfalls nur ein Teil des Naturschutzengagements des Clubs, der seit 2011 ebenfalls bei Golf & Natur mit Gold zertifiziert ist und außerdem wie alle anderen Golfanlagen der Hofkammer Grundstücksgesellschaft auch an der Initiative „Lebensraum Golfplatz – Wir fördern Artenvielfalt  des Baden-Württembergischen Golfverbandes teilnimmt.

Gesamtkonzept für mehr Biodiversität

Für Holger Meyer, Geschäftsführer des Golf- und Landclub Schloß Liebenstein in Neckarwestheim ist die Förderung der Streuobstbestände wie für seine Kollegen ohnehin Teil eines Gesamtkonzeptes: Die Steigerung der Biodiversität insgesamt ist ihm besonders wichtig, der „funktionale Kontakt zwischen den Lebensräumen muss gegeben sein.“ Die Streuobstwiesen sind einer davon.

Die Erfolgsgeschichte des Streuobstanbaus in Deutschland in Sachen Weltkulturerbe soll übrigens weitergehen: Der Verein Hochstamm Deutschland e.V. will einen länderübergreifenden, europäischen Kulturerbe-Antrag in Angriff nehmen.

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