„Mit dem Sonnenaufgang aufstehen und loslegen, das macht mir einfach Spaß“ – Elin Foyle gerät ein wenig ins Schwärmen, wenn sie über die Vorzüge ihres Jobs spricht. Greenkeeperin ist die 24jährige aus Chieming in Oberbayern, genaugenommen Assistant-Headgreenkeeper. Gras bestimmt ihren Arbeitstag – aber wer glaubt, die Beschäftigung mit den grünen Halmen allein sei doch vor allem eines – stupides Grasmähen – täuscht. „Da draußen auf den Platz ist immer etwas anderes los, jeder Tag bringt neue Herausforderungen.“
Die 24jährige lernt mit ihrem Greenkeeping-Job die Welt kennen: Als eine der Stipendiaten des jährlichen FEGGA Programms durfte sie auf Kosten der europäischen Greenkeeping-Vereinigung sechs Monate zusammen mit den anderen sechs Stipendiaten auf der renommierten Anlage Kristianstad’s Golf Club in Schweden arbeiten, wurde dort von zahlreichen Experten aus der Golfindustrie unterrichtet, hat ein großes Netzwerk aufgebaut. Beim DP World Turnier Betfred British Masters in The Belfry stand sie dann frühmorgens zusammen mit den anderen Greenkeepern auf dem Platz und präparierte ihn für das Turnier. „Das hat mir wahnsinnig Selbstvertrauen gegeben, dass ich das selbst machen durfte und allein verantwortlich war“, erzählt sie. „Die Leute haben mir einfach vertraut.“ Ihr nächstes Ziel im Herbst ist der Solheim Cup im niederländischen Bernardus Golf Resort. „Den Greenkeeper dort kenne ich auch schon ganz gut“, erklärt sie. Es wird eine weitere internationale Erfahrung für die Deutsche, die nach der Schule vor allem eins wollte – raus in die Welt.
„Ich war einfach überall und habe die seltsamsten Jobs gemacht, Immobilienmaklerin in Ägypten zum Beispiel“, erinnert sie sich an die Zeit. „Aber am Ende hat es mich dann doch wieder zurückgezogen zum Golfplatz.“ Den kennt sie von Kindheit an. „Mein Vater war Head-Greenkeeper, ich wurde da irgendwie reingeworfen ins Greenkeeping und hatte nicht wirklich eine Chance.“ Mit 15 kamen die ersten Aushilfsjobs auf dem Chieminger Golfplatz in den Ferien oder am Wochenende.
Jetzt ist sie mit ihrer Berufswahl extrem zufrieden. „Das Business ändert sich ja sehr schnell, da kann man nicht bequem werden und muss immer top-informiert sein.“ Das hat sie auch während des Stipendiums in Schweden realisiert, wo sie zusammen mit einem anderen Studenten ein anspruchsvolles Water-Management-Projekt zu bearbeiten hatte. Das Duo musste mit Experten der Firmen sprechen, neue Methoden zur Bodenfeuchtemessung testen, eine eigene Lösungsstrategie festlegen. „Da musste man wirklich aus der Komfortzone raus“, zieht sie die Bilanz. Dass sie als einzige Frau außerdem mit sechs Männern aus unterschiedlichen Ländern klarkommen musste, war ebenfalls nicht einfach. „Im Rahmen so eines Stipendiums lernt man eben auch viel über Menschen; das ist in Grenekeeping-Teams ziemlich wichtig.“
Zurück in Chieming kennt Elin Foyle nun all‘ die neue Technologie, mit der so mancher Greenkeeper in Deutschland noch nie zu tun hatte. Egal ob satellitengesteuerte Bodenfeuchtemessung oder der DEACON Ball der USGA, der Daten zum Beispiel zur Festigkeit der Bodenoberfläche sammelt, die 24-Jährige ist erstklassig ausgebildet. Zu pflegen hat sie einen sehr guten 18-Löcher-Golfplatz, für den aber durchschnittliche Ressourcen zur Verfügung stehen. Ist deutlich weniger Budget nun ein echter Rückschlag nach dem Aufenthalt in Kristianstad, wo die Studenten über neueste Maschinen und Technologien verfügen konnten? „Nein, die höhere Kunst ist es ja, mit wenigen Ressourcen viel zu erreichen“, findet sie. „Da muss man sich dann viel mehr reinfuchsen.“
Einen Blick auf die Top-Plätze Europas wird Elin Foyle aber weiterhin werfen. Ihr Greenkeeper-Netzwerk ist inzwischen groß. In einer Branche, in welcher der Austausch von Informationen extrem wertvoll ist, punktet sie als Greenkeeperin mit Erfahrung über die deutschen Grenzen hinaus. Genau das hat ihr der Greenkeeping-Job jetzt eröffnet. Elin Foyle hat das Beste aus zwei Welten kombiniert: Morgens bei Sonnenaufgang in Chieming auf die oberbayerische Landschaft blicken – und gleichzeitig die Vernetzung mit Kollegen aus ganz









FEGGA Conference