Jetzt kostet auch in Bayern der Wasserverbrauch auf Golfanlagen mehr: Am 1. Januar wurde in Bayern der Wassercent eingeführt. Hinter dem Begriff versteckt sich ein sogenanntes Wasserentnahmegeld, das ohnehin nahezu in ganz Deutschland Standard ist. Abgesehen von Bayern verzichten bisher nur Thüringen und Hessen auf die Gebühr, die auch einen Großteil aller deutschen Golfanlagen betrifft. Dabei sind die Regelungen in den Ländern allerdings nicht vereinheitlicht. Die Preise für einen Kubikmeter Wasser unterscheiden sich ebenso wie die Einordnung der Gruppen, für die sie gelten.
Grundwasser ist kostenpflichtig
In Bayern trifft die neue Regelung, die von der Bayerischen Staatsregierung im Rahmen einer Novelle des Bayerischen Wassergesetzes am 29. Juli 2025 beschlossen wurde, neben Golfanlagen zum Beispiel auch Unternehmen, Wasserversorger und Wasserzweckverbände. Anders als in einigen anderen Bundesländern fällt für die Entnahme von Oberflächenwasser, also aus Flüssen, Bächen oder Seen, keine Gebühr an. Bezahlen muss man die Entnahme von Grundwasser, wobei jeweils eine Freigrenze von 5000 Kubikmetern Wasser gilt. Mit einer Gebühr von zehn Cent pro Kubikmeter ist man in Deutschland von Preisen wie sie zum Beispiel in Kalifornien oder Arizona herrschen, weit entfernt. Während dort Beregnungsbudgets von über 500.000 Dollar pro Jahr und Golfanlage keine Seltenheit sind, erreichen die Zusatzkosten auf bayerischen Golfanlagen bei weitem nicht diese Dimension. Bei einem Verbrauch von 105.000 Kubikmetern – einem im deutschen Durchschnitt für eine Golfanlage sehr hohen Wasserverbrauch – liegen die Kosten bei 10.000 Euro.
„Für die Golfplatzbetreiber ist das aber sicherlich ein Warnschuss, um über den Wasserverbrauch nachzudenken“, resümiert Christian Montén, der seit kurzem als Clubmanager des Golfclubs Abenberg auch das Thema Wassermanagement überblickt. „Das Thema ist nicht so akut wie die Grundsteuer aber sicherlich ein absoluter Schwerpunkt“, lautet seine Bilanz. Für die Golfanlage in der niederschlagsarmen Region Mittelfranken ist deshalb eine Renovierung der Beregnungsanlage ein wichtiges Projekt. „Jeder Kubikmeter, den wir sparen, ist wichtig“, gibt Montén als Losung aus.
Angesichts solcher Daten ist die langfristige Preisentwicklung des Wassercents nicht absehbar. Für Heidrun Klump ist deshalb auch die Tatsache, dass der Bayerische Golfverband inzwischen über eine eigene anonyme Datensammlung zum Verbrauch bayerischen Golfanlagen verfügt, wichtig. „Anhand eines vom BGV entwickelten Dashboards können wir einsehen, wie sich Verbrauchswerte im Zeitverlauf entwickeln. Vor allem können wir aber auch regional unterscheiden, weil eine Golfanlage in Oberfranken in der Regel deutlich stärker unter Trockenheit leidet als eine Golfanlage in Oberbayern.“ Die Golfanlagen selbst haben mit der Datenerhebung nun auch die Möglichkeit, ihren Verbrauch mit teilnehmenden Golfanlagen in der gleichen Region oder auch Golfanlagen mit ähnlicher Bodenbeschaffenheit und regionalen Niederschlagsmengen zu vergleichen. „Wer dem System kontinuierlich Daten zuführt, erhält mit der Zeit einen genauen Überblick bezüglich der Werte und der Vergleichsdaten.“ Veröffentlicht werden die Daten nicht, sie dienen allein dem Benchmarking und dem Austausch von Best-Practice-Beispielen für einen kontinuierlichen sparsameren Umgang und Einsparung der Ressource Wasser.
Die Sensibilisierung für den Wert des Wassers ist ein Thema, das in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewinnt und ein zentraler Baustein der Nationalen Wasserstrategie aus dem Jahr 2023 ist. Sie umfasst einen langfristigen Aktionsplan bis 2050, der schrittweise zum Beispiel über das Wasserhaushaltsgesetz oder Förderprogramme umgesetzt wird. Vor diesem Hintergrund gewinnt für Golfanlagen langfristig das Sammeln von Oberflächenwasser zur späteren Nutzung bei der Beregnung immer mehr an Bedeutung. Diese Maßnahme reduziert auch die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Erhöhung des Wassercents die Kosten deutlich steigern.







Alle Fotos: Royal Dornoch Golf Club