PFAS in Golfhandschuhen und im Golfgriff – ja oder nein? In unserer Umfrage bei den wichtigsten Herstellern der Golfindustrie zeigt sich: Die Transparenz beim Thema Forever Chemicals lässt in einigen Fällen, vor allem bei den Branchenriesen Titleist und Taylor Made, stark zu wünschen übrig. Dafür punkten Konkurrenten wie Callaway mit einer vollen Dokumentation hinsichtlich der unerwünschten Chemikalien in den Golfhandschuhen.
Grundsätzlich gilt: PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) werden in der Textil- und Lederindustrie häufig zur Imprägnierung verwendet, um Materialien wasserabweisend, schmutzresistent und atmungsaktiv zu machen. Im Leder oder den Stoffen bei Golfhandschuhen dienen sie der Oberflächenbehandlung während der Gerbung oder Nachbehandlung, um Feuchtigkeit abzuhalten und den Grip bei Regen zu verbessern. Diese Chemikalien bauen sich nicht ab und gelten als gesundheits- und umweltschädlich, weshalb die EU ein komplettes Verbot diskutiert.
Wichtig für den Verbraucher: Die Recherche, ob Golfhandschuhe PFAS enthalten oder nicht, ist kompliziert. Textilsiegel wie OEKO-Tex Standard 100 oder Bluesign schließen die Verwendung komplett aus, wurden aber in keinem der Golfhandschuhe, die wir während der Recherche begutachtet haben, verwendet. Der Handel klärt über Chemikalien kaum auf. Zwei Beispiele: Die in der D-A-CH Region extrem starken Händler All4Golf und Golf House geben weder auf ihrer Website Hinweise zur Verwendung von PFAS bei Golfprodukten, noch beantworten sie Fragen dazu. Auf mehrere Anfragen der Redaktion reagierten sie nicht. Anders dagegen der französische Sportartikel-Riese Decathlon, dessen Kommunikation zum Thema Chemikalien auf der Website gut ist und auch die Bereitschaft zur Lieferung von Informationen ist exzellent.
Bei seiner Eigenmarke Inesis kann Decathlon auch auf übliche Testverfahren und Standards verweisen. Damit setzt man ein positives Beispiel für Marktführer wie Titleist oder Taylor Made, die beim Thema PFAS auf Tauchstation gehen. Wiederholte Fragen der Redaktion zur Verwendung der Chemikalien wurden nicht beantwortet.
Neben den Golfhandschuhen ist auch der Golf-Griff ein Produkt, das der Golfer direkt anfasst. Deshalb haben wir auch bei Golf Pride nachgehakt und wollten wissen: PFAS in den Griffen, ja oder nein. Die Antwort: “Nach bestem Wissen und Gewissen enthalten Golf Pride-Produkte und -Verpackungen derzeit keine absichtlich hinzugefügten PFAS gemäß der Definition der EPA in 40 CFR Section 705.3. Wir haben von allen Lieferanten die Bestätigung erhalten, dass PFAS in keinen Produkten oder Substanzen verwendet werden, die an Golf Pride geliefert werden.“ Kurzum: Als PFAS-frei bezeichnet Golf Pride die Griffe nicht, auch weil man offenbar nicht für alle Zulieferer 100prozentig die Verantwortung übernehmen will. Grundsätzlich kann der Golfer aber erst einmal davon ausgehen, dass die Griffe kein PFAS-Problem haben.
Golfhandschuh-Hersteller in der Übersicht:
- Callaway verzichtet seit 2023 auch in Handschuhen auf PFAS.
- Hirzel verwendet bei seinen Handschuhen kein PFAS.
- Inesis: Alle Golfhandschuhe sind PFAS frei.
- Nike hat PFAS laut dem aktuellen Nike Chemistry Playbook & RSL bereits ersetzt.
- Wilson: Wilson gibt zwar keine komplette PFAS-frei Deklaration bei den Handschuhen ab, hat aber sehr harte Grenzwerte und schließt die absichtliche Zugabe von PFAS aus.
- Titleist und Taylor Made: Beide Firmen geben weder auf der Website noch auf Nachfrage Informationen zur Verwendung von PFAS in ihren Produkten,
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Foto: Petra Himmel