Im stetigen Kampf um Neugolfer ist das Thema Digitalisierung ein fixer Begriff in der Debatte um die richtigen Strategien. Ohne Trackman-Range, Indoor-Golf, You-Tube-Golf-Videos und eine Schwung-App auf dem Smartphone ist das Spiel für vor allem für den technikverliebten Teenager nach Ansicht aller Digitalisierung-Fans der Golfbranche gänzlich unattraktiv.
Dabei hat Natur pur ganz ohne Digitales durchaus ebenfalls ihren Reiz. Wer sich durch Mental Health-Ratgeber, Longevity-Seminare und ernsthafte Studien arbeitet, erkennt schnell, dass eine Runde Golf ganz ohne Digitales womöglich dem gestressten Geist ein wenig Ruhe verschafft, Entspannung und Erholung.
Ein Weg raus aus der digitalen Sucht
Ein kritischer Blick aufs eigene Verhalten entlarvt die digitale Sucht übrigens ganz schnell. Am Putting Grün stecken die Kopfhörer im Ohr, durch die ein Hörbuch oder der neueste Politik-Podcast dröhnt. Am Handgelenk sitzt die Smartwatch, die jeden Schritt aufzeichnet. Am Ende dieser Golfrunde werden es wahrscheinlich um die 12.000 sein. Großartig. Ziel erreicht. Aber um ehrlich zu sein: Brauche ich eine Smartwatch, um mir mitzuteilen, dass Golf ein echter Bewegungssport ist? Eigentlich nicht.
Können wir das noch: 18 Löcher Golf spielen, ganz ohne irgendein digitales Hilfsmittel am Körper oder im Bag? Das Smartphone im Auto lassen? Die Entfernung mit Hilfe der Markierungen am Fairwayrand und der eigenen Schritte abzählen, das eigene Schwunggefühl für Entfernungen schulen? Vier Stunden nichts anderes tun, als Golf spielen, mit Flightpartnern sprechen, die Geräusche von Vögeln, Wind, dem Klacken der Bälle wahrnehmen?
Digital Detox als Marketing-Botschaft
Digital Detox auf dem Golfplatz ist ein Marketing-Instrument, das wir in seiner Bedeutung unterschätzen, vor allem wenn wir an Eltern und ihre Kinder denken. Bei all‘ dem Hype um die innovativsten Golfapps, Trainingshilfen und Entertainment-Hilfen wird kaum berücksichtigt, dass es auch Bedarf an anderen Dingen gibt. Die Ruhe, die Natur rund um Golfplätze verströmt, kann anziehend wirken. Sie wertet das reine Golferlebnis auf, ist ein Verkaufsargument für den Golfsport.
Kinder brauchen Naturerfahrungen
In der Wissenschaft ist der positive Einfluss von Naturerfahrungen gerade auch auf Kinder mehrfach untersucht wurden. Ihre gesunde Entwicklung hat demnach auch mit Naturerfahrungen zu tun. Wer mit Eltern spricht, die den täglichen Kampf um die Regulierung der Smartphone-Zeiten bei ihren Kids fechten, punktet mit der Aussage, dass vier Stunden auf dem Golfplatz eben auch vier Stunden ohne Handy bedeuten. Was spricht dagegen, im einwöchigen Kinder-Jugendcamp auch einmal Nistkästen zu bauen, mit einem Kescher in einem Teich zu fischen und durch die Taschenlupe ein paar Kaulquappen zu beobachten? Raus in die Natur ist ein Programm, das viele Eltern händeringend suchen.
Freizeitanbieter, Lehrinstitute, private Coaches verkaufen das Thema Naturerfahrung inzwischen als hohes Gut. Beim Golfsport ist sie automatisch inklusive. Besser kann eine Werbebotschaft doch kaum sein.
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Foto: Golf della Montecchia