Biodiversitäts-Lexikon: U wie Urbanisierung
Städte wachsen weltweit. Wo früher Wiesen blühten und Wälder rauschten, dominieren heute oftmals Asphalt, Glas und Beton. Natürlicher Boden muss häufig versiegelten Flächen weichen. Dieser Prozess, den wir als Urbanisierung bezeichnen, bringt für die Natur oftmals viel Negatives mit. Lebensräume für Pflanzen, Tiere und Insekten verschwinden. für sie bestehen Städte oftmals vor allem aus Barrieren.
Golfplätze funktionieren in diesem städtischen Umfeld wie grüne Lungen. In einer zunehmend versiegelten Welt entwickeln sie sich von reinen Sportstätten zu wichtigen Rückzugsräumen für Biodiversität. Schließlich lbilden sie einen großen Gegensatz zu den kleinen, fragmentierten Flächen, die urbane Bereiche kennzeichnen. Hier sind grüne, natürliche Bereiche oftmals so verstreut und kleinteilig, dass Tiere und Insekten nicht zwischen ihnen wechseln können. Hier können sie kaum überleben.
Genau hier schlägt die Stunde der Golfanlagen. Mit ihren oft riesigen Flächen von 60 Hektar und mehr sind sie keine bloßen „Rasenmonokulturen“, wie Kritiker oft behaupten. Im Gegenteil: In einer urbanen Umgebung sind sie oft die größte zusammenhängende Grünfläche weit und breit.
Ein moderner Golfplatz punktet dabei mit der Vielfalt an Lebensräumen, die sich auf der gesamten Fläche verteilen. Wunder:
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Hohe Gräser und Wildblumen bieten Nahrung für Wildbienen und Schmetterlinge.
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Alte Bäume und Totholzhecken sind „Hotels“ für Käfer und Fledermäuse.
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Teiche und Gräben dienen als Kinderstube für Frösche und Libellen.
Dieses Mosaik an verschiedenen Mikroklimata findet man in der Stadt sonst kaum noch. Wo der Park oft „aufgeräumt“ und kahl ist, darf es auf dem Golfplatz in den Ecken auch mal wild zugehen.
Golfplätze spielen deshalb eine wichtige Rolle als Trittsteinbiotop. Sie erlauben es Tieren, sich sicher durch die Stadt zu bewegen, sich auszuruhen und mit Artgenossen aus anderen Vierteln zu vermischen. Das hält die Arten gesund.
Oase der Ruhe und der Kühlung
In einem öffentlichen Park wird gejoggt, gegrillt, Musik gehört und Hunde rennen über die Wiesen. Das ist toll für uns Menschen, aber purer Stress für viele Wildtiere. Auf dem Golfplatz herrscht eine „kontrollierte Ruhe“. Die Spieler bleiben auf den Fairways, die wertvollen Biotopzonen bleiben fast das ganze Jahr über menschenleer. Diese Störungsarmut ist ein Luxusgut, das in unseren lauten Städten fast ausgestorben ist.
Neben dem Artenschutz leisten urbane Golfplätze noch etwas, das wir alle im Sommer spüren: Sie kühlen die Stadt. Während sich der Asphalt in der Innenstadt auf 50 Grad aufheizt, wirken die großen Grünflächen wie eine natürliche Klimaanlage. Sie speichern Regenwasser, statt es in die Kanalisation fließen zu lassen, und geben durch die Verdunstung kühle, frische Luft an die Umgebung ab.
Für Städte bedeutet das: Golfplätze in ihren Grenzen sind wichtige Förderer der Biodiversität. In Regionen, die immer stärker unter Versiegelung, Hitze und Artenarmut leiden, leisten sie einen wichtigen Beitrag, um Städte lebenswerter zu machen. Nicht nur für Pflanzen und Tiere, sondern auch für den Menschen.
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Niederländischer Golfverband