Biodiversitäts-Lexikon: S wie Strukturvielfalt
Strukturvielfalt beschreibt die räumliche Gliederung eines Lebensraums – also wie viele unterschiedliche Schichten, Übergänge und Kleinstrukturen es in einem Gebiet gibt. Je vielfältiger diese Strukturen sind, desto mehr Arten finden passende Bedingungen und Rückzugsorte. Der Begriff Strukturvielfalt findet deshalb auch bei der Analyse von Golfplätzen Anwendung. Schließlich gibt es auch hier neben den Spielbahnen ganz unterschiedliche Flächen. Dabei wird zwischen vertikaler und horizontaler Strukturvielfalt unterschieden. Während die vertikale Analyse zum Beispiel hohe Bäume, Sträucher aber auch offene Bodenstellen umfasst, geht es bei horizontalen Unterschieden zum Beispiel um den Wechsel von dichten, lichten, trockenen oder feuchten Bereichen.
Positiv für die Biodiversität
Hohe Strukturvielfalt schafft viele ökologische Nischen, in denen unterschiedliche Arten nebeneinander leben können. Dadurch steigt die Artenvielfalt und Ökosysteme werden stabiler und widerstandsfähiger gegenüber Störungen wie Hitzeperioden, Starkregen oder Schädlingen. Studien zeigen, dass strukturreiche Wälder und andere vielfältig gegliederte Lebensräume mehr Funktionen gleichzeitig erfüllen können: Die Kohlenstoffspeicherung steigt, der Wasserhaushalt ist ausgeglichener und es gibt mehr Lebensräume, was gut für die Artenvielfalt ist.
Für die Extensiv-Flächen auf Golfanlagen gilt: Blütenreiche Roughs, Hecken, Säume, Teiche, Altholzinseln und extensiv gepflegte Wiesen erhöhen die Strukturvielfalt deutlich. Wenn Fairways, Spielflächen und Ruhezonen bewusst als Biotopverbundsystem geplant werden, entstehen Kernflächen und Pufferzonen, die Artenwanderung ermöglichen und Populationen langfristig stabilisieren.
Praktische Konsequenzen
Biodiversitätsprojekte auf Golfanlagen setzen deshalb auf Maßnahmen, die gezielt Strukturvielfalt fördern. Dazu zählen zum Beispiel die Umwandlung artenarmer Rasenflächen in Blühwiesen, die Anlage von Säumen und Blühstreifen sowie das Zulassen von Totholz und Altgrasstreifen. Wichtig ist ein differenziertes Pflegekonzept mit unterschiedlichen Mahdzeitpunkten und Nutzungsintensitäten, damit sich über das Jahr hinweg verschiedene Strukturen ausbilden und erhalten bleiben. Regelmäßiges Monitoring der Artenvielfalt zeigt, wie sich strukturreiche Flächen entwickeln, und liefert die Grundlage, um Managemententscheidungen laufend anzupassen.
INSERT_STEADY_NEWSLETTER_SIGNUP_HERE







Foto: Wittelsbacher Golf Club Rohrenfeld