GC Garmisch: Blühpakt Bayern als Basis neuer Naturprojekte
Der GC Garmisch-Partenkirchen bereichert mit seinen extensiv gepflegten Hardrough-Flächen die Kulturlandschaft. Im Rahmen des Blühpaktes Bayern, einer gemeinsamen Initiative des Bayerischen Golfverbandes und des Bayerischen Umweltministeriums, ergab dies eine Experten-Besichtigung der Golfanlage. Dagmar Blacha vom Landesbund für Vogelschutz zog nach ihrer Analyse der Flächen ein weitgehend positives Resümée. „Durch jahrzehntelange extensive Pflege bzw. Fortführung der früheren Landnutzung konnten artenreiche Extensiv-Flachlandmähwiesen erhalten bleiben“, stellt sie fest.
Dabei machte Clubmanager Felix Otto beim Besuch der Biodiversitäts-Expertin quasi einen Crashkurs in Sachen Pflanzenkunde. Blacha entdeckte in den Wiesen des GC Garmisch-Partenkirchen nicht nur großflächig die Rote Liste-Art Mittleres Ziergras, sondern auch andere wertvolle Pflanzen wie den Großen Wiesenknopf oder das Gefleckte Knabenkraut. Diese Pflanzen aber tauchen in der Regel nur dort auf, wo Stickstoffarmut und extensive Pflege vorherrschen.
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Genau das versuchen die Experten des LBV den teilnehmenden Golfclubs beim Blühpakt Bayern zu vermitteln: Die Flächen jenseits von Fairways und Grüns, die als Hardrough gelten, können sich durchaus zu hochwertigen Wiesen verwandeln, wenn die Nutzung stimmt. Wird eine Wiese mehrmals im Jahr gemäht und das Schnittgut auch noch liegen gelassen, lassen sich oftmals weniger als zehn Arten nachweisen. Auf mageren Wiesen dagegen findet man auf wenigen Quadratmetern oft mehr als 40 Pflanzenarten. Im GC Garmisch-Partenkirchen mäht man die Flächen nur einmal pro Jahr. Landwirte der Region übernehmen das.
Auch die grasenden Pferde, die der Golfer ab und an aus der Entfernung auf seiner Runde sieht, tun der Artenvielfalt auf der Golfanlage nur gut. „Durch die Tritte der Tiere entstehen kleinräumige Störungen und somit Lebensräume für Arten, die auf diese Störungen angewiesen sind“, stellt Blacha fest.
Vernetzung und Verjüngung
Dabei hat der Golfclub, der im oberbayerischen Loisachtal durch seine naturnahe Bewirtschaftung der Anlage auch an der Trinkwasserversorgung des Großraumes München beteiligt ist, wie alle Golfanlagen durchaus noch Potential für Verbesserungen. Die zahlreichen Büsche, Baumgruppen und Heckenelemente zum Beispiel sollen in Zukunft noch stärker miteinander vernetzt werden. Die Verjüngung der Pflanzen ist zum Teil notwendig.
Clubmanager Otto hat auch die Planung einer Streuobstwiese bereits auf seine To-Do-Liste für das Jahr 2026 gesetzt. Dabei ist klar, dass nur heimische, standortgerechte und seltene Pflanzen gewählt werden, deren Anschaffung idealerweise durch den Bayerischen Streuobstpakt gefördert wird. Gerade an den Streuobstbäumen macht auch die Anbringung von großen Vogelkästen Sinn.
Für den Clubmanager Otto, der sowohl die Teilnahme am Blühpakt Bayern als auch beim Umweltprogramm Golf & Natur des Deutschen Golf Verbandes begrüßt, ist klar, dass all‘ diese Projekte nicht allein vom Greenkeeping-Personal gestemmt werden können. Mit einem Förderverein Golf & Natur plant der Golfclub nun, das Engagement auf einen größeren Kreis interessierter Personen zu verteilen.
Schließlich mangelt es den Verantwortlichen im GC Garmisch-Partenkirchen nicht an Ideen, wenn es um Projekte rund um das Thema Umweltschutz geht. Die Extensivflächen zum Beispiel sollen 2026 kartiert werden, um in Zukunft einen genaueren Überblick zu haben, was Lebensräume und Arten betrifft. Bei den Naturschutzbehörden, die für die Golfanlage zuständig sind, hat Otto auf jeden Fall für viel positives Feedback mit den Initiativen gesorgt. Nachdem die Golfanlage inzwischen auch in der höchsten Stufe Gold zertifiziert worden ist, gilt sie als ein wichtiger Baustein in Sachen Umweltschutz in der Region.
„Die Vorstandschaft und das Management der Anlage haben sich hier einheitlich hinter dem Ziel versammelt, den Club beim Thema Golf und Natur voranzubringen“, stellt Dr. Gunther Hardt zufrieden fest. Der Leiter des Arbeitskreises Biodiversität im Deutschen Golf Verband, der zuletzt auch die Gold-Zertifizierung der Anlage übernahm, ist begeistert von den Fortschritten im GC Garmisch-Partenkirchen. „Dabei existierten auch hier zu Beginn der Golf- und Natur-Zertifizierungen im Jahr 2017 durchaus Ängste, was zum Beispiel zusätzliche Kosten betrifft.“ Inzwischen, so das positive Resümée, überwiege aber die Einsicht, dass eine umweltgerechte Platzpflege eher Kosten spare und zum Teil sogar Zuschüsse möglich mache.







