Der nächste Urlaub steht an. Sie wollen ihn so planen, dass der CO2-Fußabdruck nicht nach oben schnellt. Schließlich geht es nicht darum, der Golf-Community das Reisen zu verbieten, sondern darum, bewusste Entscheidungen zu fördern. Hier sind zehn Strategien, wie Sie Ihren Golfurlaub nachhaltiger gestalten können.
„Staycation“: Das Gute liegt so nah
Bevor die Fernreise geplant wird, lohnt ein Blick auf regionale Alternativen. Der CO₂-Fußabdruck sinkt drastisch, wenn die Anreise kurz ist. Bei Zielen in der Nähe macht der Transport oft nur einen kleinen Bruchteil der Gesamtbilanz aus, während er bei Fernzielen wie oft über 70 % beansprucht.
Schiene statt Straße oder Flügel
Die Wahl des Verkehrsmittels ist entscheidend. Zugegeben: Die Anreise mit Bahn und Bus und großem Golfgepäck ist mühselig. Viele Golfresorts bieten inzwischen aber erstklassige Leihschläger an, so dass man mit leichtem Gepäck reisen kann. Wer zum Auto greift, ist mit der E-Variante gut unterwegs. Wer obendrein noch nicht allein im Fahrzeug sitzt, sondern Beifahrer hat, setzt ein positives Zeichen.
Luxus überdenken: Hotel vs. Ferienwohnung
Die Art der Unterkunft hat massiven Einfluss. Eine Übernachtung im 5-Sterne-Hotel mit großem Spa verursacht CO2-emissionen, die laut dem CO2-Rechner der Universität Innsbruck bis zu sechsmal höher liegen können als die Übernachtung in einer Ferienwohnung. Wer auf unnötigen Luxus verzichtet, spart unter Umständen mehr CO₂ ein als durch die Wahl des Verkehrsmittels.
Wenn fliegen, dann ohne Umwege
Ist ein Flug unvermeidbar, buchen Sie konsequent Direktflüge. Ein großer Teil der Emissionen entsteht beim Start und bei der Landung. Jeder Zwischenstopp erhöht die Belastung für das Klima überproportional. Erfreulicherweise weisen einige Suchportale wie etwa Google Flights den Fußabdruck von Reisen aus.
Emissionen wirksam kompensieren
Kompensationen sind ein wichtiger Zwischenschritt, um unvermeidbare Emissionen auszugleichen. Fast alle Fluganbieter bieten inzwischen die Kompensation des Fluges an, gleiches gilt für zahlreiche Reiseveranstalter.
Nachhaltig zertifizierte Resorts wählen
Achten Sie bei der Buchung auf Zertifizierungen und das Engagement der Anlagen. Viele Resorts setzen bereits auf Müllvermeidung, ökologische Transformation und den Verzicht auf Plastik. Unterstützen Sie Betriebe, die aktiv an ihrer grünen Zukunft arbeiten. Woran erkennen Sie diese? Zertifizierungen wie GreenKey sind ein guter Hinweis. Europas größter Reiseveranstalter TUI weist nachhaltige Alternativen ebenso aus wie etwa das Buchungsportal Booking.com. Expedia dagegen gibt keine schnellen Hinweise. Zumindest als erster Anhaltspunkt sind diese Einschätzungen der Veranstalter gut.
Mobilität vor Ort optimieren
Mietwagen (Benziner) machen vor Ort zwischen 2 % und 15 % der Bilanz aus. Prüfen Sie, ob das Resort Shuttle-Dienste anbietet.
Vor Ort bewusst agieren
Auch im Urlaub können sich ökologisch eine gute Figur machen, wenn Sie eher auf pflanzliche Ernährung setzen oder ihre eigene Flasche mit Wasser befüllen, statt auf Einmalplastikflaschen vor Ort zu setzen. Aber der Fußabdruck hängt auch davon ab, wie Sie sich am Golfplatz bewegen. Laufen ist die verantwortliche – und gesunde Alternative – zum Cart-fahren.
Keine Kurztrips mit dem Flugzeug
Reisen Sie lieber länger und dafür weniger. Der absolute Killer in Sachen Fußabdruck ist ein Kurztrip mit dem Flugzeug über ein Wochenende oder für wenige Tage. Wer dieses Produkt aus seinem Buchungsverhalten streicht, hat schon den ersten Schritt gemachht.
Bewusstsein schaffen
Perfektion ist nicht das Ziel, aber das Gespräch über bewusste Entscheidungen verändert die Branche. Wer über seine Urlaubsentscheidungen spricht, wir zum Vorbild und schafft Nachahmer.
Fazit: Jede Reise hinterlässt Spuren. Doch durch die Wahl naher Ziele, umweltfreundlicher Verkehrsmittel und der richtigen Unterkünfte lässt sich der CO₂-Ausstoß eines Golfurlaubs oft mehr als halbieren. Kompensationen helfen als Übergangslösung, doch das Ziel bleibt die Reduktion direkt an der Quelle.







Foto: Wittelsbacher Golf Club Rohrenfeld